LEBEN IN DER HINGABE AN GOTT – ELISA (I)

Donnerstag, 1. April

Markus 1, 16-20; 1.Könige 19,15-21.

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, »sah er Simon und Andreas . . . und sprach zu ihnen: Folgt mir nach.« Mit diesem Ruf gab Jesus den Fischern zu verstehen, dass er sie in seiner Nähe haben wollte. Er beanspruchte das Leben gerade dieser Männer, um es für eine hohe Aufgabe in seinen Dienst zu nehmen: Sie sollten Menschen für Jesus gewinnen. – Wenn Gott in ein Menschenleben eingreift, ergeben sich weitreichende Folgen für den, der sich rufen lässt. Dann stehen nicht mehr die eigenen Interessen im Mittelpunkt der Anstrengungen, sondern der Herr und sein guter Wille. (Lies 2.Mose 3, 1-10; Jes. 6, 1-8; Jer.1,4-9; Mark.2,13.14.) Elisa war ein Bauer und gerade dabei, den Acker zu pflügen, als Elia seinen Prophetenmantel über ihn warf und ihn damit im Auftrag Gottes zu seinem Nachfolger bestimmte. Elisa gab seine Stellung auf und wurde Prophetenschüler. Er verließ die Geborgenheit der Familie, das gesicherte Leben in der Sippe, alles Vertraute und Gewohnte. In der Schule Elias lernte er ein Leben in der Hingabe an Gott kennen. Damals brauchte man solche Gottesmänner, die mutig als Zeugen des lebendigen Gottes auftraten und die Götter Lügen straften.

Der Name »Elisa« bedeutet »Gott ist Heil, Rettung«. Heillos aber war die Zeit, in der Elisa wirkte. Das Nordreich Israel wurde von Königen regiert, die nicht nach dem Gott Israels fragten. Sie hielten die heidnischen Kulte mit all ihrer Freizügigkeit für äußerst attraktiv und der Zeit angemessener, als einem unsichtbaren Gott zu vertrauen und seinen Geboten zu gehorchen. Heute geht es bei uns nicht weniger heillos zu. Wo Jesus Christus konsequent abgelehnt wird, breitet sich die geistige Finsternis aus. Auch unsere Zeit braucht Männer und Frauen, die Jesus glaubhaft bezeugen. (Lies Apg. 4,33; Phil.2,15.)

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Freitag, 2.April

2.Könige 4, 1-7; Psalm 42, 12.

Elisa hatte sich »zwei Anteile« von dem Geist Elias erbeten, bevor dieser von der Erde zu Gott in den Himmel entrückt wurde (2.Kön. 2, 1-15). Gott erfüllte den Wunsch Elisas und rüstete ihn mit doppelter Kraft und Vollmacht aus. Er wusste, welchen Herausforderungen der junge Prophet begegnen würde. Wie oft kam die Gelegenheit zu zeigen, dass allein die Schöpfermacht des einen Gottes Wunderbares tun kann. So erlebte es jene junge Witwe. Ihr Mann war ein Schüler des Elisa gewesen, hatte aber, als er starb, Schulden hinterlassen. Jetzt war die Not groß, denn die Frau besaß kein Geld. Wohin nun mit der drückenden Last und der Drohung des Gläubigers, dass er ihr die beiden Söhne wegnehmen werde, wenn sie nicht bezahlte? Als Witwe war sie damals ohne Einkommen und ohne Rechtsschutz. Das Gebot Gottes untersagte aber den Wohlhabenden, die Witwen und Waisen zu benach- teiligen (2.Mose 22, 21; 5.Mose 27, 19). Die Bemittelten sollten sie vielmehr unterstützen (Jes. 1, 17). Das taten die wenigsten. Verzweifelt suchte die Frau Hilfe bei Elisa. Sie hebt die Vorzüge ihres Mannes hervor, um den Propheten zum Helfen zu bewegen: »Du weißt ja, dass dein Knecht den Herrn fürchtete. « – Wir könnten uns fragen: Wie stand es um ihren eigenen Glauben? Hatte sie keine persönliche Beziehung zu Gott? (Lies 1.Sam.1, 6-10.) Oder meinte sie, es reiche, wenn er die Angelegenheiten des Glaubens regelte, sie habe ja genug in Haus und Küche und mit der Kindererziehung zu tun? Wenn es so bei ihr gewesen ist, stand sie nun wirklich mit leeren Händen und einem leeren Herzen da, völlig hilflos und verlassen. Sie kannte den nicht, der über Bitten und Verstehen helfen kann und niemanden »im Regen stehen lässt«, der zu ihm ruft. (Lies Ps.130,1-6; 17,1; 31,23; 40,1-5.)

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Samstag, 3.April

2.Könige 4, 1. 2; Psalm 145, 13b-19. Die Not der jungen Witwe war bedrängend. Der Gläubiger stand im Begriff, ihre Söhne als Sklaven für sich zu beanspruchen (3.Mose 25,39-41; Spr.22, 7). Die Schuldenlast bedrohte ihre Existenz. Vielleicht hatte ihr Mann sich zu seinen Lebzeiten wenig um die Finanzen gekümmert und es vorgezogen, zu Füßen seines Lehrers Elisa zu sitzen. Der Frau schien es zureichend, dass ihr Mann »die Schulbank drückte« und so für das geistliche Wohl der Familie gesorgt war. Jetzt stand sie ohne seine Unterstützung unvorbereitet vor dieser Zwangslage. Das Drängen des Gläubigers trieb sie zu Elisa. Es ist aufschlussreich, wie der Prophet dieser Frau aus ihrem Elend half: »Was soll ich für dich tun?« – Das erinnert an die Frage, die Jesus jenem Blinden stellte: »Was willst du, dass ich dir tun soll?« Der überlegte nicht lange, sondern formulierte deutlich seinen Herzenswunsch. (Lies Mark. 10, 46-52.) Die Witwe hingegen wusste nicht, was sie auf die Frage Elisas antworten sollte. Vielleicht dachte sie an eine Geldspende. Das wäre die schnellste und einfachste Unterstützung gewesen. Elisa lebte jedoch selbst in Armut und konnte ihr nichts geben. Er erkannte aber ihre Glaubensnot und stellte eine weitere Frage: »Sage mir, was hast du im Haus?« – Auch diese Frage weist uns wieder auf Jesus hin: »Wie viele Brote habt ihr?« Sieben Brote für viertausend hungrige Leute! Wie sollte das reichen?! Es reichte. Denn das wenige ging durch die Hand des Meisters und wurde zum Überfluss. (Lies Mark. 8, 1-9.) – Was hatte die junge Witwe zu bieten? »Gar nichts als nur einen Krug Öl.« Auch wenn ein solches Öl teuer gehandelt wurde, genügte es nicht, die Schulden zu tilgen. Elisa aber erkannte in dieser geringen Menge Öl den Anknüpfungspunkt für das Handeln Gottes, die Frau aus ihrem Elend herauszuführen.

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Sonntag, 4.April

2.Könige 4, 3-5; Psalm 36, 8-10.

Ein Krug mit Öl, – das war’s! Konnte dieser Tropfen ihrer Not abhelfen? »Geh hin, erbitte dir Gefäße.« Elisa verstand es, die Frau von einem Gehorsamsschritt zum anderen zu aktivieren: Geh hin – erbitte dir – schließ die Tür – gieße ein! Jeden Schritt musste sie selbst gehen. Keinen durfte sie auslassen. Aus jedem einzelnen Gehorsamsschritt formte sich ein Glaube, der Wunderbares zu sehen bekam. Die Witwe erlebte die Gegenwart Gottes. – Schauen wir die einzelnen Schritte an!

1. Geh hin! Die Frau kam zu Elisa, klagte ihm ihr Leid und erwartete sofortige Hilfe. Der weise Gottesmann aber schickte sie wieder auf den Weg. Sie musste sich selbst aufmachen, sich entschließen, nicht länger in der Verzweiflung zu verharren, sondern nach dem Rat des Propheten konkrete Schritte zu wagen. Nicht zurück in ihr Haus, sondern hin zu den Nachbarn. (Lies Ps.54,6; 2.Mose 14, 13. 14.)

2. Erbitte dir! In der Nachbarschaft sollte sie nicht klagen, nicht Mitleid erregen, sondern um leere Gefäße bitten. Andere um etwas bitten, fällt nicht jedem leicht. Man gibt damit zu, dass man Hilfe braucht und nicht in der Lage ist, sich selbst zu helfen. Man ist auf andere angewiesen. Dabei wollen wir doch gerne unabhängig sein. Vielleicht ist es jener Witwe auch so ergangen. Sie musste zu ihren Nachbarinnen gehen, an die Tür klopfen, ihr Anliegen sagen und warten, bis sie das Gewünschte erhielt. Sie musste den erstaunten Fragen standhalten. Es war nicht leicht, aber heilsam. Dazu wurde ihr Glaube auf die Probe gestellt. Wie viele leere Gefäße getraute sie sich zu sammeln? »Aber nicht zu wenige«, hatte Elisa ihr aufgetragen. Mutig sollte sie um möglichst viele Töpfe und Kannen bitten und sie vertrauend nach Hause tragen. (Lies Jes. 54,4.)

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Montag, 5.April

2.Könige 4, 4-7; 1.Petrus 5, 6. 7.

Die ersten beiden Schritte waren getan. Jetzt ging es darum, sich mit den leeren Gefäßen zurückzuziehen. 3. Schließ die Tür! Man kann sich gut vorstellen, wie einige Nachbarinnen ihr gespannt folgten. Doch für Neugierige war hier kein Platz. Die Tür wurde vor ihnen verschlossen. Nur die Witwe selbst und ihre beiden Söhne sollten Zeugen sein und zuschauen, wie Gott für sie handelte. Nichts von dem, was in der Hütte unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschah, sollte an die »große Glocke gehängt werden«. – Am Schilfmeer handelte Gott vor aller Welt deutlich sichtbar für sein Volk Israel, damit die heidnischen Völker erkennen sollten, dass es einen lebendigen Gott gibt, dem alle Ehre und Anbetung gebührt (Jos.2, 8-11; 4, 21-24). Hier aber sollte das Wunder im Verborgenen geschehen, ohne Aufsehen, ohne Lärm. Es geschah ausschließlich für die bedrängte Witwe mit ihren Söhnen. Sie allein wussten um die wirkliche Aussichtslosigkeit ihrer Lage. Nur sie konnten die Bedeutung dessen, was geschah, angemessen beurteilen. Nur ihnen wurden die Schritte ihres Gehorsams zum Nutzen. Gott handelte hier ganz persönlich (Mark.7,33a; 8, 23a).4. Gieße ein! Wie leicht hätten Zuschauer die Witwe verunsichern können. »Wie? Glaubst du wirklich, dass du mit diesem Tropfen Öl alle Töpfe füllen kannst?! Unmöglich!« In der Abgeschiedenheit jedoch blieb sie auf dem eingeschlagenen Weg und gehorchte auch dieses Mal. Die Frau erlebte, wie Gott am Geringsten anknüpfen und daraus überfließenden Reichtum schenken kann. Elisa hatte nicht »mal eben« schnell ein Wunder für sie gewirkt. Er half ihr, sich mit einzelnen Gehorsamsschritten aktiv am Prozess der Notlösung zu beteiligen und so Vertrauen auf den Gott zu gewinnen, der allein Wunder tun kann. (Lies Ps.72,18.19; 77,14.15; 98,1.)

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Dienstag, 6.April

2.Könige 4, 8-10; 1.Petrus 4,9.

Elisa war in seiner Eigenschaft als Prophet und Seelsorger viel unterwegs und besuchte an verschiedenen Orten seine Schüler. Noch zu Zeiten seines Vorgängers Elia konnten sich Propheten nur im Untergrund aufhalten (1. Kön. 18, 13). Isebel, die Frau des Königs Ahab, hatte den Baalskult zur Staatsreligion erhoben und ließ alle, die an den Gott Israels glaubten, blutig verfolgen. Die Lage hatte sich zwar wieder entschärft, aber der heidnische Kult lebte ungebrochen weiter im Volk Gottes. Begleitet von seinem Mitarbeiter Gehasi kam Elisa auf seinen Reisen immer wieder nach Schunem. Dieser Ort lag in der Jesreel-Ebene nördlich vom Karmelgebirge. Dort wohnte die Schunemiterin, deren Name unbekannt bleibt. Sie war offensichtlich eine der wenigen, die Gott die Treue gehalten hatten. Sie erkannte in Elisa einen Mann Gottes und wollte ihm Gutes tun. Sie öffnete ihm ihr Haus und lud ihn zum Essen ein. – Gastfreundschaft gehört im Orient zu den wichtigsten und größten gesellschaftlichen Qualitäten. Elisas Lebensstil muss sehr einfach gewesen sein. Er konnte sich sicherlich kein »Hotel« leisten. Auch die neutestamentlichen Boten Gottes waren bei ihren Reisen auf Gastfreundschaft angewiesen. Selbst Jesus nahm sie in Anspruch. Die Schüler von Jesus reagierten einmal sehr erbost, als ein Dorf ihrem Lehrer die Aufnahme verweigerte (Luk. 9, 51-56). Wer sein Haus verschloss, setzte den, der für die Nacht eine Unterkunft suchte, unter Umständen großen Gefahren aus (Richt. 19,13-21). – Lassen wir uns neu erinnern: »Die Gastfreundschaft vergesst nicht. Denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt« (Hebr.13,2; lies 1.Mose 18, 1-8; 24, 31; 2.Mose 2,20; Matth. 10,40-42; Apg.16, 15.34; 28, 2. 7). Die Schunemiterin ließ es sich nicht nehmen, auf dem Flachdach ihres Hauses für Elisa ein »Prophetenstübchen« einzurichten, damit er sich bei seiner Durchreise dort aufhalten konnte.

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Mittwoch, 7.April

2.Könige 4, 11-22; Psalm 37, 4.

»Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt.« Ist das so einfach? Wenn der erste Teil dieser Aufforderung bei uns Wirklichkeit ist, stimmt auch der zweite Teil. (Lies 1.Sam.1, 9-11.) Die Schunemiterin hegte in ihrem Herzen den Schmerz eines unerfüllten Wunsches. Sie sprach nicht gern darüber, nicht einmal zu Elisa. Dieser erfuhr es von Gehasi, der wahrscheinlich von den Dienstboten des Hauses informiert worden war. Elisa wollte so gern seiner Gastgeberin etwas Gutes tun. Aber seine Wohltäterin schien eher erschrocken als erfreut zu sein, als sie den Zuspruch hörte: »Um diese Zeit übers Jahr sollst du einen Sohn herzen.« »Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes. Täusche deine Magd nicht.« Aus ihrer Antwort spricht die oft enttäuschte Hoffnung. Die Frau hatte aufgegeben. Nun stieg in ihr die Angst hoch, wieder vergeblich gehofft zu haben. Nur nicht die Leere erleben müssen, den peinvollen Schmerz, wenn der Wunsch sich wieder nicht erfüllte! Und doch: Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Freute sie sich nun über diese Gabe Gottes? Oder erlebte sie alles mit der geheimen Furcht im Herzen, wieder zu verlieren, was sie gerade empfangen hatte? »Täusche, belüge deine Magd nicht!«, hatte die Frau zu Elisa gesagt, den sie im selben Atemzug als »Mann Gottes« bezeichnet hatte. Der Prophet hatte sie keineswegs belogen. War nun ihr Zweifel besiegt? Manchmal kann es sein, dass die Enttäuschung tatsächlich eintrifft, die man ständig befürchtet. Mit unverständlichem Triumph sagt man dann vielleicht: »Seht, ich habe es doch gleich gewusst, dass es schief geht.« Wie anders wäre es, wenn man sagen könnte: »Ich habe meine Lust, meine Freude am Herrn, und was er nicht will, will ich auch nicht haben.« (Lies Ps.73,25.26.28.)

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DURCH LEIDEN ZUR HERRLICHKEIT

Donnerstag, 8.April

Johannes 19, 13-17.

VIA DOLOROSA »Sie aber nahmen Jesus und führten ihn hin. Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die auf Hebräisch Golgatha heißt.« Seht, da schleppt er sich hin auf der harten Straße der Schmerzen! Ein Bild des Grauens! Wie viel Not, Brutalität, Jammer und Schmerzen marschieren auf dieser Via Dolorosa, auf der Straße des Schmerzes. Lang ist die Straße des Leidens und endlos der Strom der Menschenmenge. An ihrer Spitze der »König der Juden« – geschlagen, gemartert, gepeinigt. Doch unter diesem Bild des Grauens liegt bei näherer Betrachtung ein Bild des Sieges. Denn Jesus verwandelt die Schmerzensstraße in eine Segensstraße. · Da vorne reitet der römische Hauptmann, vielleicht verärgert und zornig fluchend über das abscheuliche Kommando, einen Unschuldigen hinrichten zu müssen. Schon bald wird er sich öffentlich zu Jesus, dem Sohn Gottes, bekennen. Siehe Markus 15,39. · Dort kommt Simon daher, ein Zugezogener aus der Gegend von Kyrene in Libyen (Apg. 2, 10). Er kommt mehr oder weniger »zufällig« vorbei, wird in einem Nu zwangsverpflichtet, das Kreuz des Verurteilten zu übernehmen, und – kommt von Jesus nicht mehr los (vgl. Mark. 15, 21; Röm. 16, 13). Aus »Neutralen« werden »Bekenner«. Wir bedenken Apostelgeschichte 2, 21 und Römer 1,16. · Hinter dem Herrn keucht ein Gewaltverbrecher her. Auch er wird am Kreuz hingerichtet werden. Aber es wird nicht lange dauern, da wird er dem ewigen Gerichtsurteil entronnen und mit Jesus im Paradies sein (Luk. 23, 42. 43; Offb. 2, 7).

· »Über« dem Schmerzensmann – dem menschlichen Auge verborgen – agieren »die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt« (Eph. 6, 12; 2, 2). Doch Jesus »hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt und den Triumph über sie gehalten« (Kol. 2, 15). Denn »dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre« (1. Joh. 3, 8b).

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Karfreitag, 9.April

Johannes 19, 17.18; Psalm 22, 17; Jesaja 53, 5. DURCHBOHRT »Und sie kreuzigten Jesus« – seine »Hände und Füße durchgraben«! Noch vor wenigen Stunden hatten seine Hände den Kelch gesegnet und das Brot gebrochen. Diese guten und starken Hände des Herrn! Schon die alte Israel- Gemeinde hatte nach der ersten Passanacht und dem herrlichen Exodus aus grausamer Versklavung im Lied der Erlösten gesungen: »Herr, deine rechte Hand tut große Wunder« (2.Mose 15, 6). Unzählige Wohltaten und Wunder hatten auch die Hände des Messias gewirkt. Es waren: Heilende Hände, die zahllosen Leidenden neue Lebensqualität schafften (Luk.4, 40; vgl. Luk. 13, 11-13; Matth. 8, 3; 9, 25). – Machtvoll gebietende Hände, die hart Gebundene aus den Fängen Satans befreiten (Luk. 11, 20). – Liebevoll segnende Hände, die den Kleinsten und Schwächsten die Zuwendung und Güte Gottes schenkten (Mark. 10, 16). – Vollmächtige Hände, die die schmutzigste aller Sklavenarbeiten verrichteten (Joh.13, 3-5). – Demonstrative Hände, die der Herr schützend über seine Jünger ausstreckte (Matth. 12, 49; vgl. Joh. 10, 28. 29). – Rettende Hände, die sich dem sinkenden Petrus entgegenstreckten (Matth.14,30.31). Doch jetzt sind diese Hände angenagelt. Ist es jetzt aus und vorbei mit der wunderbaren Kraft seiner Hände? Nein! »Das ist das Wunder von Golgatha: Diese angenagelte Hand tut gerade jetzt die größte Tat. Sie trägt die größte Last weg, die es gab – die Schuld der Welt. Sie bezahlt die größte Rechnung, die es je gab – die Forderung Gottes an den Menschen. Sie zerbricht die stärkste Mauer, die es je gab – die Mauer zwischen Gott und den Sündern. Es ist so wichtig, dass wir das begreifen! Wer es begreift und von Herzen glaubt, der wird bekennen: Diese ohnmächtige, arme, angenagelte Hand von Jesus hat mich herausgerissen aus dem Zorn Gottes, aus der Friedelosigkeit, aus Schuld und aus allen Bindungen des Teufels. Sie hat mich getragen zum Herzen Gottes« (W. Busch). Welch ein Sieg, zu dem wir heute berufen sind: 1. Petrus 2,21-25!

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Samstag, 10.April

Lukas 23, 39-46; Johannes 14, 6.

ANGEKOMMEN Ein junger Mann war aus purer Höflichkeit zur Beerdigung seines Kollegen gekommen. Innerlich unbeteiligt ließ er die Zeremonie über sich ergehen. Doch plötzlich, als die Erdschollen auf den Sarg fallen, schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf: »Ich möchte gern in den Himmel kommen!« Er fand den Satz recht kindisch. Aber der ließ ihn nicht wieder los, bis er verstand: Das ist der wichtigste Wunsch, den es überhaupt gibt. Die Rede, die der Verbrecher seinem Kumpel hielt, als dieser Jesus lästerte, zeigt uns vier Schritte, wie aus dem wichtigsten Wunsch Wirklichkeit werden kann. Denn der Mann bekam es vom Sohn Gottes selber garantiert, dass er in den Himmel komme. Erster Schritt: Gott ernst nehmen. »Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott?« Es ist tatsächlich »schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen« (Hebr. 10, 31); »denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer« (Hebr. 12, 29). An der Heiligkeit Gottes müssen schuldige Menschen verbrennen. Lies Jesaja 6, 1-5 und 33,14.

Zweiter Schritt: Bekenntnis der Schuld. »Wir empfangen, was unsere Taten wert sind!« Er klagt nicht die Umstände und andere Menschen an, sondern sich selbst.

Dritter Schritt: Ja sagen zum Gericht Gottes. »Wir sind mit Recht im Gericht!« Einmal müssen wir vor das Gericht Gottes – entweder hier, wenn wir unsere Schuld erkennen, oder dort vor demThronGottes.Dann allerdings ist es für einen Neuanfang zu spät. Dann werden wir von ihm auf ewig verstoßen werden. Vierter Schritt: An Jesus glauben. »Dieser hat nichts Böses getan. Herr, gedenke an mich!« Der Übeltäter wendet sich Jesus persönlich zu. Er will an Jesus gebunden aus dieser Welt in den Himmel gehen. Da wurde ihm die Tür des Himmels aufgetan. Jesus vergewissert den Bittenden: »Heute wirst du mit mir im Paradies sein.« Zur Vertiefung: Johannes 3,14-21.

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Ostersonntag, 11.April

Lukas 24, 1-9.

WEGGEWÄLZT »Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab« (V. 2). »Ja, seht euch nur diesen Felsbrocken an! Er hatte das Felsengrab des Herrn Jesus verschlossen, wie wenn eine gewaltige Faust voll Hass das Grab zuhielte. Leuchtend prangte auf der Stirn der Felsplatte das Siegel des römischen Statthalters. Es war, als wenn der Stein prahlen wollte: ›Ich bin von höchster Stelle autorisiert, das Grab von Jesus endgültig zu verschließen.‹ So war der Stein ein Denkmal der Feindschaft gegen Jesus. Er war eine Auslegung des Wortes: ›Er kam in sein Eigentum. Und die Seinen nahmen ihn nicht auf‹ (Joh.1,11). Und nun sehen wir denselben Felsblock am Auferstehungsmorgen! ›Der Engel wälzte den Stein von des Grabes Tür und setzte sich darauf‹ (Matth. 28, 2). Warum setzte er sich darauf? Er war doch wohl nicht müde! Der Engel wollte deutlich machen: Diese Felsplatte, die das Zeichen der Ablehnung gegen Jesus war, soll jetzt im Dienste dieses Auferstandenen stehen. Sie soll die Kanzel werden, von der aus zuerst die Botschaft von der Auferstehung verkündigt wird. – Wenn der Fels reden könnte, würde er sagen: ›Ich habe eine wundervolle Veränderung erlebt. Ich war im Dienste der Feindschaft gegen den Sohn Gottes. Und nun darf ich in seinem Dienste stehen.‹ So wird der Fels ein Abbild vieler Christen. Der Apostel Paulus war ein Fels gegen Jesus. Doch wie stand er später im Dienste des Auferstandenen! Und der Apostel Petrus! In der Nacht vor der Kreuzigung von Jesus stieß er den Herrn von sich und erklärte: ›Ich will ihn nicht kennen!‹ Aber 53 Tage später war er ein gewaltiger Zeuge des Herrn Jesus. – Jesus starb am Kreuz und wurde auferweckt, damit auch wir solche Veränderung erfahren« (W. Busch). Wie steht’s um meine persönliche Verwandlungsgeschichte? Dazu 2.Timotheus 1, 7-13 und 2, 8-13.

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Ostermontag, 12.April

Johannes 20, 19-29; Lukas 24, 39.40.

FROH GEMACHT So einzigartig und herrlich die Auferstehung von Jesus ist, so wenig ist er ein glanzvoller Triumphator. Davon sprechen die Wundmale des Herrn, die er an seinem Auferstehungsleib trägt. Die Evangelisten Johannes und Lukas heben deutlich hervor, dass Jesus auch in seiner Glorie die Zeichen seiner Kreuzigung zeigt. Jahre später schaut der Seher Johannes in der himmlischen Herrlichkeit »mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet« (lies Offb. 5, 6-10). Und als er sieht, wie Jesus in Glanz und Macht wiederkommt, entdeckt Johannes: » . . . er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war« (Offb.19,13). Wie kamen die geschockten und in Angst eingeschlossenen Jünger zur Osterfreude? Nach dem Friedensgruß »zeigte Jesus ihnen die Hände und die Seite, da wurden die Jünger froh, als sie den Herrn sahen«. Was konnte einen Langzeit- Zweifler wie Thomas überwinden? Entscheidende Starthilfe zum Glauben war für ihn die Berührung der Wundmale seines Herrn. Wen verkündigte Paulus, der von der Lichtherrlichkeit des erhöhten Christus besiegt worden war? »Ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten« (1.Kor.2,2; vgl. 1.Kor.1,22.23; Gal. 6,14). Welche Hilfe empfangen wir für unser Leben mit Jesus? Die Auferstehungsfreude wird unter dem Kreuz geboren. Sie wächst an den Tiefpunkten unseres Lebens – wenn wir gesündigt haben, wenn wir uns unfähig, untauglich, ohnmächtig und hilflos fühlen. Dann sollen wir es erfahren: Sünde wird vergeben und überwunden (Joh.21,15-18), Traurige werden getrös- tet und aufgerichtet (Joh.20,11-16), Verstörte mit neuen Aufgaben betraut (Joh. 20, 21), Zweifelnde zu einem Leben im Glauben befähigt (Joh. 20, 29). Die Auferstehungsfreude ist eine nüchterne Freude, weil sie um Wunden und Tiefen weiß; sie ist eine mutige Freude, weil sie dem vertraut, der Hölle, Tod und Teufel besiegt hat. LEBEN IN DER HINGABE AN GOTT – ELISA (II)

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Dienstag, 13.April

2.Könige 4, 18-23. 32-37.

Das Kind der Schunemiterin war groß geworden – wie alt, wird nicht gesagt. Eines Tages bekam es starke Kopfschmerzen und starb noch am gleichen Tag. Die Mutter trug ihren toten Sohn hinauf in das »Prophetenstübchen« und legte ihn auf das Bett Elisas. War das das Ende ihres Glücks? Sollte das Gottes Wille sein, ihr einziges Kind sterben zu lassen? Ausgerechnet den Sohn, den sie durch Gottes wunderbares Eingreifen geschenkt bekommen hatte? Und nun diese Katastrophe!

Unverständliches Unglück – warum lässt Gott das zu? Schon viele standen vor dieser schweren Frage. Nicht jeder bekam eine zufrieden stellende Erklärung. Nur eines wird uns in solcher Lage wirklich helfen: Der Blick auf Jesus. Die Katastrophe am Kreuz von Golgatha war und ist auch nicht zu verstehen. Wie konnte man einen wahrhaft Unschuldigen so hinrichten? Aber Gott machte aus diesem Gericht eine Rettung für jeden Glaubenden. Nicht der Tod behielt das letzte Wort, sondern der Sieg der Auferstehung. Der Blick auf Jesus gibt Kraft, auch das tiefste Leid zu tragen. Das Unglück verwandelt sich in Segen, indem wir durch das Leid zu tieferer Gotteserkenntnis gelangen und Jesus uns mehr bedeutet als je zuvor. Wie ging nun die Schunemiterin mit ihrem Verlust um? Ihr Herz war in Aufruhr, als sie Elisa aufsuchte: »Habe ich einen Sohn von meinem Herrn erbeten? Habe ich nicht gesagt: Täusche mich nicht?« (V.28). Es ist, als wollte sie sagen: »Elisa, du hast mich doch getäuscht. Was ich befürchtet habe, ist eingetroffen. Was ich zu haben glaubte, ist mir wieder genommen worden. Das ertrage ich nicht. Es wäre besser gewesen, nie ein Kind geboren zu haben, als es wieder hergeben zu müssen.« (Lies Hiob 1,20-22; 2,10; 3, 1-3.25.26; 42, 1-6.10.)

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Mittwoch, 14.April

2.Könige 4, 27-37.

Konnte Elisa der Schunemiterin helfen? Er wunderte sich, dass Gott ihn ihre Not nicht hatte wissen lassen. Schickte er deshalb seinen Diener Gehasi vor? Die Frau erhob Einspruch: »So wahr der Herr lebt und du lebst: Ich lasse nicht von dir.« Das hieß so viel wie: Ich will nicht deinen Diener, du selbst musst kommen und dich dieser Sache annehmen! – Wenn Elisa die Vollmacht hatte, ihr die Geburt eines Kindes zuzusprechen, dann müsste er auch die Vollmacht haben, das tote Kind wieder lebendig zu machen. Gehasi konnte nichts ausrichten, auch wenn er den Stab des Propheten dabeihatte. (Vgl. Matth. 17, 14-20.) Elisa musste sich selbst auf den Weg machen. Die Erweckung des Kindes war für ihn offensichtlich ein harter Glaubenskampf (V. 32-35). Ob es gelingen würde, dem Tod die Beute wieder zu entreißen? Es wird uns hier kein Gebet Elisas überliefert. Doch hat er sicherlich zum Himmel geschrien, dass Gott den Jungen wieder belebe. Gott erhört Gebet. Die Schunemiterin bekam ihr Kind zurück, zum Zeichen, dass der Schöpfer des Lebens allein die Macht über Leben und Tod hat – und nicht die Götter der Heiden, die damals in Israel so eifrig verehrt wurden und denen man Wunderkräfte zuschrieb. – Den Tod zu besiegen und Leben neu zu schenken ist und bleibt die erhabene Tat des lebendigen Gottes, der sich uns in Christus offenbart hat. Schon im Alten Testament ist die Überwindung des Todes ein – wenn auch verborgenes – Thema. (Lies 1.Mose 22,1.2.13; Hebr.11,17-19; 1.Kön.17,17-24; Ps.16,10.11; Luk.7,13-15.) Gott allein kann Leben schaffen. Heute meinen kluge Köpfe, menschliches Leben nach Maß und Wunsch »herstellen« zu können. Aber der Mensch ist nicht ein Bündel von berechenbaren Funktionen, sondern eine lebendige Seele, über die Gott seine schützende Hand hält.

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Donnerstag, 15.April

2.Könige 4,38-42; Johannes 21, 4-6.

Wir haben schon erwähnt, dass Elisa oft unterwegs war, um die verschiedenen Versammlungen der Prophetenschüler zu besuchen. Sogar während einer Hungersnot war er unterwegs. Als Elisa seine Schüler in Gilgal aufsuchte, schauten ihn die Augen hundert hungriger Männer an. Ihre Blicke gaben dem Mann Gottes zu verstehen, dass sie ihm nichts zum Empfang vorsetzen konnten. Der Vorrat war aufgebraucht. »Ein voller Bauch studiert nicht gern«, sagt ein Sprichwort, – ein leerer Magen aber noch viel weniger. Elisa war zwar gekommen, um den Hunger nach Gottes Wort zu stillen. Doch als Prophet war er nicht realitätsfremd. Ein erschöpfter Körper ist kaum im Stande, geistliche Nahrung aufzunehmen. Nur »woher nehmen und nicht stehlen«? Elisa kannte seinen Gott, der an der Not der Seinen nicht vorübergeht. Deshalb konnte der Prophet seinen Mitarbeiter bitten, den großen, nicht den kleinen Topf aufs Feuer zu setzen, um einen Eintopf zu kochen. Einer sammelte auf den Feldern wilden Kürbis, der eigentlich ungenießbar war. Und das sollten die hundert Männer essen? »Der Tod ist im Topf, Mann Gottes!« Konnte der Schrecken und die Enttäuschung größer sein? Hatte Elisa sie »an der Nase herumgeführt«? War er doch nicht so intensiv mit Gott verbunden, wie es den Anschein hatte? Oder war etwa dieser Gott angesichts einer solch ausweglosen Lage genauso hilflos wie die heidnischen Götter? Da aber der Schöpfer Himmels und der Erde nicht hilflos sein kann, so war es auch sein Diener Elisa nicht. Das beigefügte Mehl machte den Eintopf genießbar. »Es war nichts Böses, nichts Schädliches mehr im Topf.« (Vgl. Kap. 2, 19-22.) Der Glaube Elisas behielt Recht: Gott weiß seine Getreuen auch in einer landesweiten Hungersnot am Leben zu erhalten. (Lies Ps.107, 4-9.18-22; 145,13b-16.)

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Freitag, 16.April

2.Könige 4,42-44; Markus 6,37.38; 8,19-21. »Wenn Gott am Werk ist, kann man den Taschenrechner getrost beiseite legen« (H.W.Neudorfer). – Zwanzig dünne Brotfladen und einige Körner brachte der Bote zu Elisa, um ihn an der Erntedankgabe (Erstlingsbrote) teilhaben zu lassen. Vielleicht war die Gabe sogar nur für den Propheten bestimmt. Doch dieser dachte nicht an sich: »Gib es den Leuten, dass sie essen!« Zwanzig Brotfladen für hundert Männer? Diese Rechnung ging nicht auf. Das erkannte der Mitarbeiter des Propheten auf Anhieb – auch ohne Taschenrechner. Er reagierte auf die Anweisung Elisas ganz ähnlich wie die Jünger, als Jesus sie aufforderte, den viertausend Versammelten zu essen zu geben. Unmöglich! Doch weder Elisa noch Jesus nahmen die Anweisung zurück. Das menschliche Unvermögen war Fakt, für Elisa aber kein Hindernis, mit dem Wirken und Handeln Gottes zu rechnen – erst recht nicht für Jesus, den Sohn Gottes. Paul Gerhardt konnte in Notzeiten singen: »Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, ernährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl . . . « – Es soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass Hungersnot eine leichte Zeit sei, wenn man nur »tüchtig « glaube. Gott ist kein »Brotkönig« (Joh. 6, 12-15). Es geht ihm um mehr als um einen vollen Magen. Gott möchte unser Herz erreichen. Er will den Hunger unserer Seele stillen. Den Hunger nach Frieden und Gerechtigkeit, nach Liebe und Freude. Viele Menschen in den Wohlstandsländern verhungern und verkümmern bei vollem Kühlschrank, weil sie den nicht kennen, der von sich gesagt hat: »Ich bin gekommen, dass sie Leben und volle Genüge haben sollen« (Joh. 10, 10b; dazu Joh. 6, 33-37; 4, 14; 7, 37; Matth. 4, 4). Gott gibt großzügig, gibt gern und reichlich. Und wir?

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Samstag, 17.April

2.Könige 5, 1-3; Psalm 119, 133.

Nordöstlich von Israel befand sich das Königreich Aram (Syrien) mit seiner Hauptstadt Damaskus. Zwischen diesen beiden Staaten kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Befehlshaber des aramäischen Heeres Naaman zeichnete sich dabei durch besondere Tapferkeit aus. Bei einem Raubzug der Aramäer wurde unter anderem ein kleines Mädchen aus Israel erbeutet. Als Sklavin kam es in den Dienst der Frau Naamans und wurde auf diese Weise Zeugin der privaten und gesellschaftlichen Not des von seinem König hoch in Ehren gehaltenen Befehlshabers. – Wir haben sicher Mitleid mit diesem Mädchen und denken erleichtert, dass die Sklaverei abgeschafft ist. Leider gibt es bis heute den Handel mit Menschen. Das wird auch zukünftig so sein, wenn wir die Warenliste der Kaufleute in Offenbarung 18, 11-13 in Augenschein nehmen. Dort ist auch von Leibern (Sklaven) und Menschenseelen die Rede. Ein schreiendes Unrecht! Gott weiß es und wird es richten. Er hat auch dieses hebräische Mädchen damals gesehen. Trotz seiner eigenen misslichen Lage hatte es offene Augen für die Not anderer und vertraute auf den Gott Israels. Das dürfen wir aus der Tatsache schließen, dass es den Propheten Elisa kannte. (Lies 1.Mose 39, 1-4.9.20-23.) Wie einst Josef ließ auch dieses Mädchen es nicht zu, dass das an ihr begangene Unrecht sie verbitterte. Ihre Kraft war der Gott Israels. Ihm diente sie auch an diesem Ort und wurde zum Segen für das ganze Haus. – Christen werden einander zum Segen, wenn es ihnen nicht mehr in erster Linie um ihr eigenes Wohlergehen zu tun ist. Sie nehmen die Nöte anderer auf ihr Herz und bemühen sich darum, ihnen wohl zu tun. Das hebräische Mädchen damals nahm die Krankheitsnot des Naaman auf sein Herz und wies hin auf eine Möglichkeit, wie dem Mann geholfen werden konnte. (Lies Röm. 15, 1-3; Gal. 6, 2; Kol. 3, 12. 13; 1.Petr.3,8.9; Hebr.13,3.)

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Sonntag, 18.April

2.Könige 5, 3. 4.

Der Kriegsheld Naaman hatte eine Hautkrankheit, die ihn wahrscheinlich gesellschaftlich isolierte. Er musste zwar nicht alle menschliche Gemeinschaft meiden. Dennoch war er ein Gezeichneter, dem man gern aus dem Weg ging. Wir können annehmen, dass er alles unternahm, um von der Krankheit geheilt zu werden. Nichts half. Diese Not lastete auf seinem ganzen Haus. Gab es denn gar keine Hilfe? Doch – es gab Hoffnung: »Ach, wäre mein Herr vor dem Propheten, der in Samaria wohnt. Dann würde er ihn von seinem Aussatz befreien.« Wörtlich heißt es: (dann würde er ihn) »in die menschliche Gesellschaft aufnehmen«. Naaman war mit seiner Krankheit nicht gesellschaftsfähig. Heilung vom Aussatz war gleichbedeutend mit der Wiederaufnahme in die Gesellschaft. (Vgl. 4.Mose 12,10-15.) Zur Zeit von Jesus wurden Aussätzige vollständig ausgeschlossen, da es sich hier um das ansteckende Lepra-Virus handelte. Für die Pharisäer, die Frommen im Land, waren auch die »Zöllner und Sünder« zu meiden wie Aussätzige, denn sie galten ihnen als »unrein«. Und wie war es mit dem Bruder des »verlorenen Sohnes «? Er hätte wohl jeden Kontakt mit diesem vermieden und sich angeekelt von ihm abgewandt. Jesus aber scheute sich nicht, einen Aussätzigen anzurühren und ihn zu heilen; ebenso sprach er mit den Zöllnern und kehrte bei ihnen ein. Der Vater des »verlorenen Sohnes« schloss diesen in seine Arme – so, wie er war: heruntergekommen, schmutzig, zerlumpt, ausgezehrt. Er nahm seinen Jüngsten wieder auf, wie auch Jesus als Sohn Gottes den bekehrten Zöllnern Heil und Rettung zusprach und sie in seine Gemeinschaft aufnahm. (Lies Matth. 8, 1-4; Luk. 5, 27-32; 19, 8. 9; 15, 20-24.) – Naaman war ein Held – und doch einsam und von der Gesellschaft gemieden. Das beherzte Mädchen aus Israel aber ließ ihn noch einmal Hoffnung fassen.

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Montag, 19.April

2.Könige 5, 4-7; Psalm 118, 8. 9.

Naaman konnte nicht wie ein Privatmann nach Israel reisen. Als Oberbefehlshaber des aramäischen Heeres musste er den offiziellen diplomatischen Weg nehmen. Mit einem Brief des Königs von Damaskus und dem halben Hofstaat erschien er im Königspalast von Samaria. Ein mutiger Schritt, aber nicht ungefährlich, wie sich noch zeigen sollte. Doch Naaman wollte seine Krankheit loswerden. Das motivierte ihn, das Äußerste zu wagen. Ahnungslos überreichte er dem König von Israel den Brief: » . . . siehe, ich habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, dass du ihn von seinem Aussatz befreist.« Die Reaktion des Königs zeigte deutlich, dass der Hauptmann mit seinem Anliegen an die falsche Adresse geraten war. Es sollte nicht die einzige Enttäuschung bleiben, die er auf seiner Suche nach Heilung erlebte. Seine Vorstellung, wie dies zu geschehen habe, musste korrigiert werden, damit er erkannte, wie anders die heilsamen Wege Gottes verlaufen. (Lies Spr.16,9; 19,21.) Der Machthaber Israels erkannte ganz richtig, dass er nicht Gott ist, der Leben und Tod in Händen hat. Er empfand das Ansinnen des Königs von Damaskus als Provokation zu einem Krieg. In äußerster Erregung zerriss er seine Kleider – ein Zeichen der Bestürzung und des Entsetzens; denn er sah sich in seiner Existenz als König bedroht. Es war göttliche Absicht, diesen Mann an seine Begrenztheit zu erinnern. Ein gottloser Herrscher war nicht in der Lage, Menschen in Not echte Hilfe zu gewähren, und der Name des Propheten Elisa, zu dem Naaman eigentlich wollte, kam dem König nicht in den Sinn. – Die Machthaber dieser Welt sind machtlos. Sie können nicht wirklich helfen. Wir aber haben einen König, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, Jesus Christus. Die ihn suchen, werden nicht enttäuscht werden. (Lies Jes.55, 6-9.)

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Dienstag, 20.April

2.Könige 5, 8-12; Jesaja 57, 15.

Als Elisa von den Vorgängen im Königspalast hörte, ließ er dem König sagen: »Warum hast du deine Kleider zerrissen? (Das wäre gar nicht nötig gewesen.) Lass ihn doch zu mir kommen! Und er soll erkennen (wenn es schon der König nicht weiß), dass ein Prophet in Israel ist.« So kam Naaman mit seinem ganzen Gefolge zu Elisa. Endlich war er an der richtigen Adresse. Doch gerade hier erwartete ihn die nächste Ent-Täuschung. Elisa war von dem großartigen Aufputz des aramäischen Heeresobersten nicht im Geringsten beeindruckt. Er stand vor dieser Autorität nicht stramm, suchte nicht eilfertig, ihn willkommen zu heißen. Naaman bekam den Propheten gar nicht zu Gesicht, nur einen seiner Mitarbeiter. Dieser gab dem Hauptmann die Anweisung, sich siebenmal im Jordan unterzutauchen. So würde er geheilt werden. Ein starkes Stück! Man musste etwa 30-40 km zurücklegen, um an den Jordan zu kommen. Der Oberbefehlshaber war einen anderen Umgang gewohnt. Er gab die Anweisungen. Punkt. Und andere führten sie aus. Elisa aber hatte den Spieß herumgedreht. Von einem kleinen Diener musste sich der große Naaman sagen lassen, was er zu tun hatte. Dazu war er nicht bereit. Er wollte geheilt werden, aber bitteschön nach seiner Fasson! Die erste Hilfe für Naaman lag nicht in einer raschen Heilung, sondern in der tiefen Erkenntnis: Wer den Mann Gottes aufsucht, muss sich auf Gott selbst einlassen, vor dem kein Ansehen der Person gilt. Wer seine Hilfe will, muss sich etwas von ihm sagen und sich von ihm weisen lassen. Dabei wählt Gott die Mitarbeiter und Mittel und setzt sie ein, wie er es will. Naaman musste seinen Stolz begraben und sich der höchsten Majestät beugen lernen. (Lies Ps. 97, 9; Röm.12,3; Gal.6,3; Jes.66,1.2.)

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Mittwoch, 21.April

2.Könige 5, 11-14; Sprüche 3, 5-8. Naaman suchte Heilung. In seiner Vorstellung aber wollte er im Mittelpunkt des Geschehens stehen: »Ich hatte mir gesagt: Elisa wird zu mir herauskommen und den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen und seine Hand über der Stelle schwingen und mich so vom Aussatz befreien.« Doch blieb Elisa ihm diese Beachtung schuldig. Die Priester der Götter, die Naaman verehrte, mochten für ihre Handlungen festgelegte Methoden haben. Aber Gottes Wege sind nicht berechenbar. Er behält es sich vor, wann und wie er seine Hilfe gibt. Die Ehre gehört ihm allein. Das lag dem Hauptmann noch fern. Voller Zorn wandte er sich ab und wäre, ohne die Spur einer Veränderung erfahren zu haben, nach Damaskus zurückgekehrt. Doch Gott war diesem Mann gnädig. Er gebrauchte Naamans eigene Diener, um ihn zu retten. Diese waren klüger als ihr Herr. Sie schafften es, den hochgeehrten Kriegshelden umzustimmen, dass er freiwillig von seinem Ross herunterstieg: »Wenn der Prophet etwas Schwieriges von dir verlangt hätte, dann hättest du es sicher auf dich genommen.« Für Heldentaten war Naaman jederzeit bereit. Aber einige einfache Schritte zu tun, die nicht mehr von ihm verlangten, als gehorsam der Anweisung zu folgen, sich siebenmal im Wasser des Jordans unterzutauchen? Gott benutzt gern einfache und gerade Wege, um Großes zu bewirken. So hörte der Oberbefehlshaber tatsächlich auf den Rat seiner Diener, ließ seinen Zorn fahren und stieg vor ihren Augen hinab in den Jordan. Das war demütigend. Dann aber, als er an seinem Körper die totale Veränderung wahrnahm, bekümmerte ihn sein Eigensinn nicht mehr. Den »alten Naaman« nahmen die Wasser des Jordans mit. Am Ufer stand der neue und staunte. (Lies Jak.4,6; Ps.25,6.7; 57,10-12.)

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Donnerstag, 22.April

2.Könige 5, 14. 15; Markus 1, 40-42. Naaman stieg in den Jordan »auf die Gefahr hin«, dass sein Ansehen geschädigt und seine Autorität schwinden würde. Als er aus dem Wasser stieg, hatte er eine neue Haut. Er war gereinigt und – gesellschaftsfähig. Vor ihm lag ein ganz neuer Lebensabschnitt. Werden wir hier nicht daran erinnert, was der Apostel Paulus in Römer 6, 4 geschrieben hat? »So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.« Paulus spricht hier darüber, was die Taufe bedeutet, nicht, wie man taufen soll. Er hatte vor Augen, dass die Täuflinge ins Wasser stiegen, untergetaucht wurden und wieder auftauchten. Damit bekannte der Getaufte, dass das »Alte« vergangen und »Neues« geworden ist (vgl. 2.Kor. 5, 17). »Wenn wir aber mit Christus gestorben sind (symbolisiert durch das Untertauchen), so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden (symbolisiert durch das Auftauchen)«. Natürlich kannte der Hauptmann aus Aram Jesus Christus nicht. Von dem Gott Israels hatte er zunächst auch keine klare Vorstellung. Als aber Elisa ihn zum Jordan schickte, nahm er schon etwas von dem voraus, was Jesus einmal an Menschen tun würde, die von der Sünde »verunreinigt« waren. Alle Wunder Elisas wiesen ja auf den hin, der noch kommen sollte. – Naaman war wie neu geboren. Jetzt gingen ihm die Augen auf, und er sah, dass die Götter Arams samt ihren Priestern nichts taugten. »Ich habe erkannt, dass es keinen Gott auf der ganzen Erde gibt als nur in Israel.« Der Hauptmann war nicht nur von seiner Krankheit befreit, sondern auch davon, falsche Götter anzubeten. (Lies Ps.105, 1-3; 115, 1-8.11; 119,65-68.)

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Freitag, 23.April

2.Könige 5, 15-19; Psalm 50, 23.

»Wer Dank opfert, verherrlicht mich, ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.« – Naaman hatte sich nicht nur äußerlich verändert. Auch in seinem Innern hatte ein neues Denken seinem Leben eine andere Richtung gegeben. Er zog vom Jordan nicht direkt weiter nach Damaskus. Er kehrte zu Elisa zurück, um sich bei ihm zu bedanken. Die vielen kostbaren Geschenke hätten in einem Nu aus dem Propheten einen reichen Mann gemacht. Elisa aber lehnte die Segensgabe des Hauptmanns ab. Auf gar keinen Fall wollte er in dieser Sache etwas für sich. Es war allein Gottes machtvolles Handeln, das Naaman geheilt hatte. Elisa wollte nicht für etwas belohnt werden, das er gar nicht gewirkt hatte. Alle Anerkennung und Ehre gehörte Gott. Der Prophet wollte nicht als Wunderheiler in aller Leute Mund sein, sondern ein Mann nach dem Herzen Gottes bleiben. Nach den Regeln der Höflichkeit zu urteilen, hätte Naaman jetzt tödlich beleidigt sein müssen. Wie konnte er Elisa denn »richtig« danken? Jedenfalls nicht so, als wäre das Geschenk seiner Heilung bezahlbar. Naaman erwartete die Wiederherstellung seiner Haut. Gott gab ihm aber durch Elisa viel mehr: » . . . einen ganz neuen Halt im Leben und im Sterben, eine ganz neue Gotteserkenntnis. Naaman suchte Zeitliches, Gott gab ihm dazu noch Ewiges« (H.W. Neudorfer). – Wir erinnern uns: Ein hebräisches Mädchen, von Aramäern geraubt und als Sklavin verkauft, veranlasste durch ihren Ausruf im Hause Naamans (V. 3), dass dieser die Lösung seiner Not bei dem Propheten Gottes in Israel suchte. Nun kehrte er geheilt zurück mit einer großen Ladung Erde, die er sich von Elisa erbeten hatte (V. 17). Was wollte er damit anfangen? Wollte er in seinem polytheistischen Umfeld noch einen weiteren Altar bauen, um nun noch zusätzlich den Gott Israels anzubeten? (Lies Ps.29,1.2; 86, 8-10; 95,6; Joh. 4, 22-24.)

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Samstag, 24.April

2.Könige 5, 17-19; Daniel 3, 29; 6, 27. 28. Naaman war in Israel dem wahren und lebendigen Gott begegnet. Nun stand sein Entschluss fest: »Dein Knecht (so bezeichnet er sich nun selbst vor Elisa) wird nicht mehr anderen Göttern Brandopfer und Schlachtopfer zubereiten, sondern nur noch dem Herrn.« Dazu brauchte er die Erde. Er wollte »ein Stück Israel« nach Damaskus mitnehmen, einen »authentischen« Boden, auf dem er Gott einen Altar zu errichten gedachte. Das mochte für Naaman eine Glaubenshilfe und stetige Erinnerung daran sein, welch herrliche Wendung sein Leben durch die Begegnung mit Elisa genommen hatte. (Vgl. Jos. 4, 1-7; 22, 10. 26.27; 1.Mose 28,16-19.) Naaman hatte die Entscheidung getroffen, nur noch den Gott Israels anzubeten. Weder ein Nebukadnezar noch ein Darius konnten sich dazu durchringen. Gewiss, sie lobten Gott darüber, welch große Dinge er getan hatte. Sie mussten zugeben, dass kein anderer solcher Taten fähig ist. Dennoch zogen diese Herrscher für sich und für ihre Völker daraus keine Konsequenzen. Die Götter blieben »im Amt«. Daran gemessen wagte Naaman viel. Wer kann es ihm darum verdenken, dass er sich in einer Sache Nachsicht von dem Gott Israels erbat? Er war der Oberbefehlshaber des aramäischen Heeres. Als solcher kam er auch nach Damaskus zurück. Er konnte nicht einfach »Israelit« werden. Auch nicht Prophetenschüler bei Elisa. Naaman hielt es für richtiger, auf seinem Posten zu bleiben und seinen Pflichten als Heeroberster nachzukommen und rechte Hand des Königs zu sein, wo es nicht vermeidbar war. Sein Herz aber gehörte dem lebendigen Gott (vgl. 1.Kön. 18, 2b-4). Elisa als Seelsorger erkannte die Zwickmühle, in der Naaman steckte. Gott aber ist mächtig genug, Naaman in seiner Lage zu bewahren. Mit diesem Segen Elisas »Gehe hin in Frieden« kehrte Naaman nach Damaskus zurück.

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Sonntag, 25.April

2.Könige 6, 8-14.

Elisa kämpfte fortgesetzt darum, dass der König vom Nordreich Israel (vermutlich Joram, 552-541 v. Chr.) die Königsherrschaft Gottes anerkannte und dem Götzendienst absagte. Eine günstige Gelegenheit, ihm die Macht Gottes zu demonstrieren, bot sich dem Propheten, als der östliche Nachbar Aram plante, von einem Basislager aus immer wieder in Israel einzufallen. Die aramäischen Soldaten suchten an der Grenze zu Israel nach einer passenden Stelle. Doch immer dann, wenn sie ihr Lager errichten wollten, waren die Israeliten schon da und vereitelten die feindlichen Kriegspläne. Wie konnte das sein? Alles wurde doch streng geheim gehalten! Bei einer Krisensitzung wollte der aramäische König die »undichte Stelle« von seinen Generälen erfahren. Der Hinweis des hohen Militärs war verblüffend: »Der Prophet Elisa, der in Israel ist, teilt dem König von Israel mit, was du in deinem Schlafzimmer redest.« Elisa durchschaute jede Feindbewegung. Besser gesagt: Gott selbst gab ihm den klaren Durchblick, um sein Volk zu schützen und dem König deutlich zu machen, dass es einen allwissenden Gott gibt und Elisa sein Gesandter ist. Durch den Geist Gottes deckte der Mann Gottes die Machenschaften des Feindes auf und ließ diesen nicht zum Zug kommen. Welche Erkenntnis können wir daraus für unser Glaubensleben gewinnen? 1. Das Volk Gottes lebt in dieser Welt nicht in störungsfreier Zone. Auch die Jesus-Leute sind umgeben von feindlicher Macht. In der unsichtbaren Welt finden Kämpfe statt. Aber so sehr sich Satan auch bemüht, den Sohn Gottes zu besiegen, – er ist bereits ein geschlagener Feind. Seine Vernichtung ist fest beschlossene Sache. Jesus Christus ist und bleibt der Sieger über alle Mächte des Feindes. Und wer Jesus gehört, ist in diesen Sieg mit eingeschlossen. (Lies Spr.18,10; 1.Kor.15,54-57; Röm.16,20; Offb.20,10.)

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Montag, 26.April

2.Könige 6, 12-14; Jakobus 4, 7. 8a. 2. Der Name unseres Herrn Jesus Christus ist unser Schutz. Vor diesem hohen Namen muss der Satan weichen. Auch wir tragen dazu bei, dass der Böse bei uns nicht »landen« kann! Jakobus schreibt: »Widersteht dem Teufel!« Wie können wir das praktisch tun? Indem wir ihm willentlich ein klares Nein entgegensetzen, wenn er uns mit einer Versuchung ein Bein stellt. »Und er wird von euch fliehen«, fährt Jakobus fort. Der Teufel flieht vor Jesus, der in uns lebt. Das ist aber noch nicht der völlige Sieg. Von unserer Seite aus muss noch ein weiterer Schritt folgen: »Naht euch zu Gott!« Wir stellen uns entschieden auf die Seite von Jesus und kehren allen Dingen den Rücken zu, die uns auf die Seite des Feindes ziehen wollen. Verlangen wir nach Gott, kommt er uns entgegen. Sein Geist in uns ist wie die Kompassnadel, die uns die Richtung angibt. (Lies Ps.25,4.5; 27,11.12; 119,33-40.) Kein anderer als der Geist Gottes half seinerzeit auch dem Propheten Elisa. Kaum war sein Name in jener Krisensitzung gefallen, kam der König von Aram in Rage. Er wollte den Störenfried beseitigen. Das war ihm eine Kriegshandlung wert. Zunächst mobilisierte er seine Agenten in Israel. Sie sollten den gegenwärtigen Aufenthaltsort Elisas ermitteln. Als bekannt wurde »er ist in Dotan«, ließ der Aramäerkönig diesen Ort bei Nacht umstellen. Dotan lag zirka 16 km nordwestlich von der Hauptstadt Samaria. Die »Kommandoeinheit« des Königs von Aram musste daher etwa 50 km weit nach Israel eindringen, um diese Aktion durchführen zu können. Ein wagemutiges Unternehmen. So viel war der Feind bereit zu investieren, um einen Mann Gottes zu fangen! Wir werden sehen, dass Elisa nicht wehrlos ausgeliefert war. Sein Gott ließ ihn nicht im Stich. (Lies Ps.18,18-20.31-33; 118, 5-13; 34, 5-8.)

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Dienstag, 27.April

2.Könige 6, 15-19; Psalm 27, 1-3.

In Dotan begann ein neuer Tag. Die Bevölkerung ahnte nicht, dass ihre Stadt von Feinden belagert worden war. Der Diener Elisas entdeckte es. Vielleicht stand er auf einem Hausdach. Wohin er auch schaute: Pferde, Wagen und Soldaten hatten den Ort umstellt. Elisa und er saßen in der Falle. »Ach mein Herr, was sollen wir tun?« Geht es uns von Zeit zu Zeit nicht ähnlich? Umzingelt von Problemen, keinen Ausweg sehend, fragen wir uns: Was soll ich nur machen? Wie kann ich diesem Schlamassel entrinnen? Werde ich jemals damit fertig werden? Wer kann mir hier heraushelfen? (Vgl. 2.Mose 14,10-14.19; 2.Chron.32,7.8.) – Elisa sah das Gleiche wie sein Diener, aber er blieb ganz ruhig. Seine Antwort: »Fürchte dich nicht!« Das ist leicht gesagt, wenn man von der Stärke Gottes nichts sieht. Aber angesichts dieser feindlichen Übermacht sich nicht fürchten? Kann man das? Elisa konnte es, weil er den Durchblick hatte: »Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind.« Ob sein Mitarbeiter das verstand? Ob wir es verstehen? Wenn wir eine notvolle Lage beurteilen, gehen wir gewöhnlich von dem aus, was wir sehen und wir uns als Maßnahme vorstellen können. Dabei bleiben wir oft bei uns und unserer menschlichen Begrenzung hängen und vergessen, dass Gott unbegrenzte Möglichkeiten hat, Mittel und Wege, die über unser Vorstellungsvermögen weit hinausgehen. Gott kann und wird etwas Besonderes für uns tun, wenn wir ihn im Vertrauen darum bitten. Warum konnte Elisa so gelassen bleiben, als er die Feinde sah? Er wusste den lebendigen Gott an seiner Seite, der sich für die einsetzt, die ihm vertrauen. Deshalb rechnete er auch mit den »himmlischen Heerscharen«, die ihn und seinen Diener schützen würden. (Lies 2.Chron.20,3. 6-7.12.15; Apg. 4, 23-31; 12, 5-9.)

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Mittwoch, 28.April

2.Könige 6, 17-20; Psalm 56, 10b-12. Elisa betete: »Herr, öffne doch seine Augen«; denn er sah, dass es seinem Diener nicht gelang, sich nicht zu fürchten. Wie gebannt mochte er auf die Streitmacht vor den Toren der Stadt gestarrt und überlegt haben: Wie kommen wir hier heil heraus?! »Da öffnete der Herr die Augen des Dieners, und er sah.« Vielleicht erschrak er zunächst aufs Neue, als er die feurigen Pferde und Kriegswagen sah, die Elisa umgaben. Dann war es ein heilsames Erschrecken über die Größe und Macht Gottes. Wer konnte ihnen unter solchen Umständen noch Schaden zufügen? Wir werden nicht unbedingt ein solches Erlebnis haben wie der Diener Elisas. Aber es darf die Bitte für uns selbst und für andere sein, dass der Herr uns die Augen öffne über seinem Wort. Dann werden auch wir erkennen, wie allumfassend die Macht unseres Herrn Jesus Christus ist. Nichts und niemand kann uns schaden, wenn wir in ihm geborgen sind. (Lies Matth.28,18; Luk. 8,25; Joh. 10, 27-30; Röm. 8, 31-39.) – Gott vermag Augen zu öffnen, dass sie geistlich sehen können. Er kann auch Augen verschließen, dass die objektive Wahrnehmung gestört ist. So geschah es, als Elisa ein zweites Mal betete: »Schlag doch diese Kriegsschar mit Blindheit.« (Vgl. 1.Mose 19, 9-11; Apg.13, 4-12.) Die aramäischen Soldaten erkannten nun in Elisa nicht den Propheten, den sie fassen sollten, und ließen sich arglos von ihm nach Samaria führen, da sie keine Orientierung mehr hatten. Sie nahmen einfach nicht wahr, dass Elisa sie in die »Höhle des Löwen« brachte. Wollte er diese Kriegsschar etwa ins Verderben stürzen und so an ihnen Rache üben? Keineswegs! Der Mann Gottes war stets darauf bedacht, dass andere die Wege Gottes kennen lernten. Er hatte auch eine Lektion für König Joram in Samaria – und eine Überraschung für die Aramäer.

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Donnerstag, 29.April

2.Könige 6, 20-23; Sprüche 25, 21. »Herr, öffne diesen die Augen, dass sie sehen.« So betete Elisa ein drittes Mal. Welch ein Schrecken mag die aramäische Truppe durchfahren haben, als ihnen klar wurde, wo sie sich befanden! Sie waren gefangen und verloren. König Joram dagegen jubelte über diesen Fang, den Elisa da anbrachte. »Soll ich losschlagen, soll ich losschlagen, mein Vater?« Er konnte es fast nicht erwarten, den Aramäern Übles anzutun. Endlich eine Gelegenheit, ihnen einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Auch diesmal blieb Elisa ruhig. »Du sollst nicht losschlagen, gib ihnen zu essen und zu trinken und schick sie zurück nach Damaskus.« Unversehens fanden sich die fremden Soldaten am gedeckten Tisch wieder – nicht bei Wasser und Brot, nein, wie bei einem Festessen. Diese unerwartete Barmherzigkeit wirkte auf beiden Seiten entwaffnend. Elisa hatte dem König von Israel und der feindlichen Truppe die Gnade Gottes nahe gebracht. Sie will Barmherzigkeit, nicht Vergeltung. So musste der König Gnade walten lassen, seinen Feinden wohl tun und sie in die Freiheit entlassen. Die Aramäer dagegen mussten erkennen, dass Barmherzigkeit nicht zu den Eigenschaften ihrer Götter gehörte. Sie forderten das Leben der Menschen. Der Gott Israels aber hatte ihnen, den Feinden, das Leben geschenkt. – Sind wir nicht auch von Gott Begnadigte? Er hat uns das Leben gegeben, obwohl wir den Tod verdient hätten. »Gnade vergibt dir und reinigt dich. Gottes Gnade bringt die Errettung für dich und mich.« Was bedeutet das für unser Verhalten gegenüber Menschen, die uns nicht wohlgesonnen sind? (Lies Matth.5,43-48; Hiob 31,29; Luk. 23,34; Röm.12,14.20.21.)

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MIT JESUS IM ALLTAG LEBEN – EMPFEHLUNGEN AUS JAKOBUS 5 (I)

Freitag, 30.April

Jakobus 5, 1-6.

1. CHRISTEN VERLASSEN SICH NICHT AUF IRDISCHEN REICHTUM (5, 1-6) Im Schlussteil des vierten Kapitels ging es um Christen, die sich eifrig um ihren Lebensunterhalt mühen. Jetzt werden die angesprochen, die im Überfluss nahezu schwimmen. Dabei prangert Jakobus nicht den Reichtum an sich an; Abraham zum Beispiel war »sehr reich« (1.Mose 13,2; 24,1.35; vgl. auch die Auslegung zu Jak. 2, 5-7). Jakobus verfolgt mit seiner Warnung vor Vertrauen auf irdische Güter zwei Ziele. Zum einen weist er auf den Wertezerfall irdischer Schätze hin, zum anderen warnt er vor dem lieblosen Umgang mit Besitz und Wohlstand. Im Orient gab es drei Quellen des Reichtums, deren Verfall Jakobus mit drei Worten beschreibt: verfault, zerfressen, verrostet. · Die reichen Lebensmittelvorräte, die gehortet werden, können verfaulen. Es kam vor, dass man lieber auf den Vorräten sitzen blieb, als sie den Bedürftigen zuzuwenden. Die Bibel weist nachdrücklich auf eine greifbare Sozialhilfe hin. (Lies 5.Mose 15, 11; Ps. 41,1; Spr.19, 17; Matth. 5, 42; 25, 37-40; Gal.6,9.10.) Gottes Wort warnt unermüdlich vor rücksichtsloser und hinterhältiger Ausbeutung des Geringen und Armen (vgl. Amos 3,10; 5,11; 8, 4-10; Jes.5, 8). · Da es im Orient überwiegend um den Besitz von Sachwerten ging, galt auch die Kleidung als Statussymbol der Reichen (1.Mose 45, 22; Jos. 7, 21; Luk. 16, 19). Kostbare Kleider hatte der Reiche in solcher Menge, dass nur ein kleiner Teil vor dem Mottenfraß geschützt werden konnte. · Was an Gold- und Silberstücken gesammelt und ungenutzt aufbewahrt wurde, musste »verrosten«; es beschlägt, wird matt und hässlich. Jakobus zieht die Konsequenz: Aller egoistisch genutzte Besitz klagt den Reichen an und zerstört letztlich sein ganzes Leben (Luk. 6, 24; 16, 19-26). – Ob ich arm oder reich bin, dazu möchte ich den biblischen Rat neu überdenken: »Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott« (Hebr.13,16).

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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