Ostermontag,1.April Markus 16,9-15; Johannes 20,19-23.
Die Kreuzigung Jesu, verbunden mit Schrecken und Versagen, lag hinter den Jüngern. In den schwersten Stunden hatten sie ihren Meister im Stich gelassen. Darunter litten sie und auch darunter, dass sie allein zurückgeblieben waren. Trotz der frohen Nachricht, dass Jesus auferstanden war und lebte, hatten sie Angst. Warum eigentlich? Kämpften sie noch immer mit Unglauben und Zweifel? Da geschah das Unerwartete: Jesus trat mitten unter sie. Durch verschlossene Türen kam er zu ihnen und sprach sein Friede sei mit euch. Welchen Wandel brachte der Friedensgruß den niedergeschlagenen Jüngern! Trost und Licht überwand ihr Verzagtsein. Erinnerten sie sich an die Worte, die Jesus ihnen in den Abschiedsreden zusprach: Meinen Frieden gebe ich euch... Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht? Oder an den alttestamentlichen Segen: ... der Herr gebe euch seinen Frieden (Joh.14,26; 4.Mose 6,24-26)? - Dieser Gruß des Auferstandenen Friede sei mit euch! gilt auch uns. Seinen Frieden spricht uns Jesus zu - hinein in unsere Ängste, in unser Erschrockensein und in die oft so unverständlichen Geschehnisse unserer Tage, die unsere Zukunft so ungewiss machen. Selbst wenn alles erschüttert wird, Gottes Wort, seine Zusagen an uns bleiben ewig gültig: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer (Jes.54,10; lies Matth.24,35; Ps.29,11; 4,9; Jer.33,6). Der Friede, den unser auferstandener Herr uns gibt, ist nicht ein Friede, der ein bequemes Leben garantiert, der jedoch tiefe Geborgenheit vermittelt. Der Herr des Friedens schenke euch seinen Frieden allezeit und in jeder Weise! (2.Thess.3,16; lies Röm.15,13; Phil.4,6.7).
Dienstag,2.April Johannes 21,1-14; Psalm 27,14.
Sieben der Jünger trafen sich am See Tiberias. Wie früher wollten sie fischen. Sehnten sie sich wieder nach einem geregelten Alltag? Zwar war Jesus am Auferstehungsabend in ihre Mitte getreten, und sie freuten sich, als sie den Herrn sahen. Er hatte sogar einen Auftrag für sie: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch! Aber die Begegnung mit dem Auferstandenen scheint keine verändernde Wirkung hervorgerufen zu haben, wie es zum Beispiel bei den beiden Männern der Fall war, die mit Jesus auf dem Weg nach Emmaus zusammentrafen oder wie es bei den Frauen am Grab geschah. Wir merken nichts von freudiger Bewegung unter den Jüngern. Sollten wir uns der Frage stellen: Was hilft es, wenn wir Jesus begegnet sind und in unserem Alltag alles doch so weiterläuft, als wäre nichts geschehen? (Lies Matth.26,41; Eph.5,14.) - Petrus ergriff die Initiative, weil ihm das Warten schwer fiel: Ich will fischen gehen... Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Diese Männer waren Träger der Auferstehungsbotschaft, Osterboten sollten sie sein, und nun wollten sie fischen gehen (W.Lüthi). Man kann verschieden darüber denken. Hielten sie die Spannung nicht mehr aus? Oder meinten sie, für den Lebensunterhalt sorgen zu müssen? Die Jünger fingen nichts in jener Nacht. Ihr Alltag ohne den Herrn wurde zu einem Alltag der Enttäuschung. (Lies Ps.37,5-7a; 43,5; 147,11; Jes.50,10.) Leere Netze - wollte der Herr die Jünger zur Besinnung bringen? Ohne mich könnt ihr nichts tun, hatte er ihnen gesagt. Ohne Jesus führt jeder noch so gut gemeinte Einsatz zur Enttäuschung. Wir sollten nicht der Versuchung nachgeben, ohne Jesus zu planen und zu handeln. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht... Denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Lies Ps.25,4.5.11.12; 32,8; Jes.30,21.)
Mittwoch,3.April Johannes 21,4-7a; Klagelieder 3,21-26.
Eine erfolglose Nacht lag hinter den Jüngern, als der Morgen anbrach und sie sich dem Land näherten. Da stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Hatten die Jünger wirklich gemeint, sie seien allein, als sie ins Schiff traten und die leeren Netze aus dem Wasser zogen? In der ihnen verborgenen Wirklichkeit hatte Jesus sie begleitet. Denn seine Augen sehen auf eines jeden Weg, und er schaut auf alle ihre Schritte (Hiob 34,21; Spr.5,21). Genau dort, wo die Erfolglosigkeit der Jünger den tiefsten Punkt erreichte, stand Jesus. In unserem Alltag mit seinen Lasten und Fragen, mit unserer Müdigkeit und unserem Versagen will er sich offenbaren. Wenn er spricht, dann vergeht die Nacht, dann beginnt ein Neues (W.Penkatzki). (Lies Jes.57,15; 63,8b.9.) Jesus sagte seinen Jüngern nicht: Ich bin bei euch an den Sonntagen. Nein, er sagte: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. An jedem neuen Morgen steht er am Ufer, um mit uns in den Tag zu gehen. Er ist bei uns in unserem Alltag, bei den alltäglichen Verrichtungen, wie unscheinbar sie auch sein mögen. Er ist da, während wir am Telefon eine Antwort geben sollen oder die Mitarbeiter unsere intensive Zuwendung brauchen oder unsere Gedanken die Lösung für ein Problem suchen. Immer können wir mit seiner Gegenwart rechnen! Jesus ist auferstanden und lebt! Fürchte dich nicht, ich bin bei dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit (Jes.41,10).
Jesus ist immer da, er ist dir heute nah, er ist der Herrscher der Welt.
Jesus ist immer da, er ist dir heute nah, er, der dich stets erhält.
Er kennt die Fragen, die dich bewegen, und er hat die Antwort bereit.
Jesus ist immer da, er ist dir heute nah, er liebt dich allezeit!
M. SiebaldDonnerstag,4.April Johannes 21,5-7; Psalm 138,8.
Kinder, habt ihr nichts zu essen? Diese Frage, die Jesus an die Jünger richtete, führte sie zum Erkennen ihrer vergeblichen Arbeit und zum Eingeständnis, nichts zu haben. Sie antworteten ihm: Nein! Es gab nichts zuzudecken, denn sie selber hatten nichts und konnten auch nichts geben. Nach ihrem offenen Eingeständnis sagte Jesus ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes... Keiner der Männer sträubte sich dagegen, sie hörten und gehorchten seinem Wort, sie warfen das Netz aus und konntens nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Wenn wir den klaren Anweisungen Jesu folgen, kann er seine Macht offenbaren. Wenn wir seinem Wort vertrauen, gehen wir niemals fehl. Wer sich an sein Wort hält, seinem Wort glaubend gehorcht, erlebt das Wunder seines Segnens (W.Penkatzki). (Lies Ps.23,1-6; 121,1.2; 1.Petr.5,7.) War es nicht ein überwältigendes Erleben, nach der vergeblichen Nachtarbeit so viele Fische auf einmal im Netz zu haben? Größer als das Zeichen war das Erkennen: Jesus sorgt für uns, er ist da und wartet auf uns! Es ist der Herr, sagte der Jünger, den Jesus lieb hatte. Die Liebe zu Jesus ist entscheidend in kritischen Situationen. Je mehr uns die Liebe erfüllt, die Jesus uns entgegenbringt, und je mehr wir ihn wieder lieben, desto besser werden wir Jesus im Alltagsgeschehen erkennen. Auch in Enttäuschungen, die wir nur schwer verarbeiten können, oder im Leid oder in sonstigen Nöten, die uns nach dem Warum fragen lassen, wollen wir festhalten: Der Herr wacht über uns. Seine Liebe und Fürsorge umfasst unser ganzes Leben. Er ist und bleibt bei uns! Welch ein Vorrecht, Jesus zum Herrn zu haben. Wie viel entgeht den Menschen, die Jesus aus ihrem Leben ausschließen und alles selbst in der Hand behalten wollen. (Lies 2.Thess.3,5; Röm.8,28.)
Freitag,5.April Johannes 21,7; Epheser 1,7.
Petrus bringt uns immer wieder zum Staunen mit seiner Spontanität. Nachdem Johannes ihm gesagt hatte es ist der Herr, sprang er ins Wasser, um schnell bei Jesus zu sein. Wie verschieden diese beiden Jünger veranlagt waren, zeigen die Reaktionen. Der liebende Johannes erkannte Jesus zuerst, der liebende Petrus handelte sofort. Dass Petrus nicht zögerte, zu Jesus zu kommen, lässt uns vermuten, dass sein Verhältnis zu Jesus bereits geordnet war. Am Ostermorgen lief der andere Jünger voraus, schneller als Petrus (Joh.20,4). Der Gedanke an seine Verleugnung wird Petrus bedrückt haben. Wie sollte er Jesus unter die Augen treten, nachdem er ihm diesen Schmerz zugefügt hatte? In einer persönlichen Begegnung mit Jesus - von der Lukas 24,34 und 1.Korinther 15,5 sprechen - erlebte er die Vergebung Jesu. Die Verleugnung blieb nicht als Lebenslast auf ihm, vielmehr erfuhr er, was der Prophet Jesaja dem Volk Israel und ihm zusprach: Du hast mir Mühe gemacht mit deinen Sünden. Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht mehr (Jes.43,24.25). Kein Versagen, keine Untreue brauchen wir als Lebenslast zu tragen. Jesus will mit uns darüber ins Gespräch kommen und uns vergeben. Wenn wir ihm nicht ausweichen, können wir schon heute Vergebung erleben. (Lies 1.Joh.1,9; 2,1.12; Hebr.8,12; Spr.28,13; Jes.57,18.) In Lukas 7,47 lernen wir einen besonderen Zusammenhang kennen Wem viel vergeben ist, der liebt viel! So wird es Petrus ergangen sein, so ergeht es jedem von uns, der seine Sünde zu Jesus bringt. Sündenvergebung entlastet, weckt Freude und vertieft die Liebe zu Jesus in einer bleibenden Gemeinschaft. Meine Seele hängt an dir, deine Rechte hält mich! (Lies Ps.32,1-5.11; 73,28.)
Samstag,6.April Johannes 21,8.9; Psalm 33,18.19.
Nicht nur Petrus eilte ans Ufer, auch die anderen Jünger kamen mit dem Boot ... und zogen das Netz mit den Fischen nach. Als sie ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Werden wir nicht unwillkürlich an das Kohlenfeuer im Hof des Hohenpriesters erinnert, an dem Petrus sich wärmen wollte, dann aber seinen Herrn verleugnete? Wenn wir uns an fremden Feuern wärmen, werden wir nicht warm. Das Kohlenfeuer, das Jesus bereitet, wärmt nicht nur, sondern bietet auch Nahrung: Fische und Brot fehlen nicht. Jesus weiß, was seine Jünger brauchen - damals wie heute. An jedem neuen Tag sind wir eingeladen: Kommt, alles ist bereit! (Lies Ps.34,9; 146,7; 2.Kön.4,1-7.) Als Jesus die Jünger bat: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt, war es wiederum Petrus, der zuerst handelte. Hundertdreiundfünfzig Fische waren im Netz, das trotz der großen Menge nicht zerriss. Schon einmal hatten die Jünger einen Fischzug erlebt. Damals wurde Petrus von Jesus in den Dienst für ihn berufen: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen (Luk.5,1-10). Nun lag die Ausführung dieses Auftrags unmittelbar vor ihm und den anderen Jüngern; denn vor der Himmelfahrt sagte Jesus ihnen: Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde (Apg.1,8). - In ihrem Alltag offenbarte sich Jesus seinen mutlosen Jüngern und stärkte sie für ihren neuen, weltumspannenden Dienst. Bedrückt es uns nicht manchmal, dass tausend Kleinigkeiten uns verschlingen, anstatt dass wir unserem eigentlichen Auftrag nachkommen, Menschenfischer zu sein? Aber dem Herrn ist es nicht unmöglich, gerade unseren Platz zu einem Ort seiner Offenbarung zu machen. Er sieht unsere Bemühungen um Menschen, und er kann die erbetenen Fische zu unserem Boot und an Land bringen! (Lies Mark.16,15.19.20; Apg.2,37-41; 1.Kor.16,9; 2.Kor.5,20.)
Sonntag,7.April Johannes 21,15-17; Markus 12,29.30.
Welche Gedanken bewegten wohl die einzelnen Jünger, als sie mit Jesus das Brot und die Fische aßen? Nach dem Frühstück hatte Jesus in Gegenwart aller ein Gespräch mit Petrus. Dreimal stellte er ihm die sehr persönliche Frage nach seiner Liebe zu ihm. Er fragte ihn nicht nach seinem Wissen und seinem Bekenntnis, sondern: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber als mich diese haben? ... Hast du mich lieb? ... Hast du mich lieb? Diese dreimalige Frage durchforschte Petrus bis in die Tiefe, bohrte sich geradezu in sein Herz. Er erkannte: Jesus will keine oberflächliche Beteuerung meiner Liebe. Er will ein klares Ja oder Nein. Nach allen Enttäuschungen konnte er nur sagen: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Du weißt - Herr, du siehst in mein innerstes Herz. Du weißt auch, dass ich dich nun anders liebe als bisher, weil ich nun meine Grenzen weiß und mich dir von ganzem Herzen anvertraue. Fragen, die Jesus uns stellt, betreffen nicht nur unsere Vergangenheit, auch nicht die Gemeindezugehörigkeit. Jesus geht es dabei um das Eine und Entscheidende: um unsere Liebe, um die Liebe von ganzem Herzen. (Lies Joh.14,15.21.23.) Jesus will uns weiterführen, will uns Neues offenbaren, will uns Dienste anvertrauen. Dabei ist diese Frage Hast du mich lieb? von entscheidender Bedeutung, ob wir wirklich Jesus brauchen oder in eigener Kraft wirken wollen. Wenn unsere Liebe zu Jesus echt ist, wird sie wieder in unser Herz zurückströmen als Liebe für unsere Mitgläubigen und für die Menschen, die ohne Jesus verloren gehen. (Lies 5.Mose 6,5; 10,12; 2.Kor.5,14.15; 1.Thess.3,12.)
Montag,8.April Johannes 21,18.19; 2.Timotheus 3,12.
Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und bist gegangen, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen. Nachfolge und Selbstbestimmung schließen sich aus. Darum gibt Jesus dem Petrus eine gewisse Vorausschau auf das Kommende. Nachdem der Auftrag klar ist, kommt die persönliche Lebensführung zur Sprache. Nicht nur den Dienst des Petrus hat der Herr im Auge, sondern alle Stunden, die sein Jünger Petrus durchleben wird - die frohen ebenso wie die beschämenden. Jesus weiß um alle künftigen Geschehnisse, und er wird sie alle mit ihm teilen. Nichts kann Petrus von der Liebe seines Herrn scheiden, denn Jesus liebt ihn völlig. (Lies Ps.138,7.8; Röm.8,35-39.) Im Text wird vorausgesagt, dass Petrus sich nicht wieder sträuben wird, sondern er wird sich führen lassen. Gott wird mit seinem Jünger zum Ziel kommen. Der Blick in die Vergangenheit: ... du gingst, wohin du wolltest, zeigt die typische Haltung des Menschen: Streben nach Unabhängigkeit, nicht fragen müssen, selbst bestimmen wollen. Als Kinder Gottes müssen wir ernstlich prüfen, ob dieses allgemein anerkannte Ideal eines freien Menschen nicht auf uns abfärbt und den Weg des Nachfolgers beeinträchtigt, der vom Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber lebt. Wie sehr lag doch dem Herrn daran, Petrus von dem Weg der Selbstbestimmung zu befreien, weil jede Art von Selbstverwirklichung ein Irrweg ist. Deshalb lässt alles Selbstgewollte und Selbstgeplante sich nicht mit der Jesus-Nachfolge vereinen. (Lies Ps.119,67; 139,23.24.) Ein anderer wird dich führen... Jesus will seinen Nachfolgern den Weg zeigen, den sie gehen sollen. Führung ist uns verheißen, nicht aber ein leichtes, bequemes und von der Welt anerkanntes Leben, auch nicht ein Leben ohne Leiden. Wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken abbiegt, so werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, darauf wandle. (Lies Hiob 23,11.12; Ps.23,1-6; Jes.43,1.16.)
Dienstag,9.April Johannes 21,18.19; Matthäus 16,21-26.
Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest! Dass junge Menschen ihr Leben planen, ist verständlich. Ältere Menschen führen in der Regel ihr Leben selbständig und wollen nicht von anderen abhängig sein. Sie müssten eine Schwäche zugeben, ihre Freiheit beschneiden lassen. Petrus, der gewohnt war, selbständig zu entscheiden und zu handeln, musste lernen, sich an Orte und in Situationen führen zu lassen, die nicht seiner Vorstellung entsprachen, wie zum Beispiel der Kreuzesweg. Als Jesus davon sprach, wollte er ihn abhalten: Das widerfahre dir nur nicht. Sind nicht wir alle von Natur aus leidensscheu? Von Petrus berichtet die Bibel offen, wie er versuchte, schweren Führungen aus dem Weg zu gehen. Mit dem Schwert wollte er sich und seinen Herrn vor dem Leiden schützen. Mit der Verleugnung, zu Jesus zu gehören, wich er dem Leiden als Jesus-Nachfolger aus. Gerade im Bejahen des Leidens und des Kreuztragens liegt unsere Bestimmung. Jesus sagt es eindeutig: Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein (Luk.14,27; lies 2.Tim.2,10-13; Hebr.11,25.26). Petrus - und das soll auch unser Trost sein - erlebte eine ganze Befreiung von der Kreuzesscheu. Im Gefängnis erfuhr er, dass Leiden nicht unerträglich sind, weil Jesus uns nicht allein lässt. Er erlebte den Frieden, der höher ist als alle Vernunft. (Lies Apg.12,6; Ps.4,9.) Später konnte er die Gläubigen trösten: Geliebte, lasst es euch nicht befremden, wenn Feuersgluten des Leidens euch umdrohen ... gerade im Leiden ruht ja der Geist Gottes, der Geist der Herrlichkeit und der Macht auf euch! (Lies 1.Petr.4,12-14.16.19; 5,1.10.11.) - Jesus sagte Petrus: Du wirst deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich führen. Das sollten auch wir in Nöten tun: Unsere Hände in Jesu Hände legen, damit er uns führen kann. Ihm können wir vertrauen. (Lies 2.Kor.4,16-18; Hebr.10,32-35.)
Mittwoch,10.April Johannes 21,21.22; Sprüche 4,25.
Als Petrus sich umwandte und den Jünger sah, den Jesus liebte ... sprach er: Herr, was wird mit diesem? Eine weitere persönliche Unterweisung lässt Jesus dem Petrus noch am gleichen Tag zukommen. Können wir es verstehen, dass Petrus unter den gegebenen Umständen - es war noch nicht lange her, dass Jesus ihm vergab, dass er ihn auf seine Liebe ansprach, ihm einen neuen Auftrag gab, ihm einen schweren Weg voraus sagte - eine solche Frage über einen anderen stellte? Und doch ist es gut, dass er nichts vor Jesus verbarg, was in seinem Herzen war. Was er dachte, sprach er offen in der Gegenwart seines Herrn aus. Nur was ausgesprochen wird, kann auch bereinigt werden. Jesus bekam die Möglichkeit, über den wunden Punkt des Vergleichens zu sprechen, der bei Jesus-Nachfolgern weit verbreitet ist. (Lies Röm.15,5-7; 1.Kor.12,18.27; Phil.2,3.4.) Wenn Petrus nicht die Zurechtweisung Jesu erfahren hätte, wie hätte er einen Dienst in der Gemeinde tun können? Wie hätte er nach Pfingsten gerade mit Johannes zusammen arbeiten können? Oder wie hätte er Paulus und andere Mitarbeiter annehmen können? In seinem Herzen wäre der Spaltpilz gewachsen, der jede Gemeinschaft vergiftet: Neid und Eifersucht. Es hängt entscheidend viel davon ab, ob wir lernen, nicht zu vergleichen. Vergleichen ist der Feind einer kämpfenden Gemeinschaft, ist der Feind der Liebe. Nicht vergleichen sollen wir, sondern in den Spuren nachfolgen, die Jesus uns hinterlassen hat. Wenn wir das verstehen und annehmen, finden wir die rechte Stellung zueinander. Da ihr eure Herzen gereinigt habt zu ungeheuchelter Bruderliebe, so liebt einander mit Inbrunst aus reinem Herzen. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt (1.Petr.1,22; Joh.13,34.35; lies Röm.13,8-10; 1.Thess.3,12.13).
Donnerstag,11.April Johannes 21,21.22; Sprüche 15,33.
Wenn ich will,.... Nur was Jesus will, wird mit Johannes geschehen, und nichts anderes. Das musste Petrus lernen, das müssen wir lernen, dass Jesus nicht nur seinen Plan mit Petrus hatte, sondern auch mit Johannes. Diesem Ich will können wir uns in tiefem Frieden anvertrauen. (Lies Jes.26,3.4; Ps.37,5.) Gleich im nächsten Vers erklärt Jesus, dass er nicht von Johannes sagte: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht das dich an? Verhüllt bleibt, was Jesus tatsächlich mit Johannes vorhatte. Wir wissen, dass ein langes Leben vor ihm lag. Ob es ein Vorzug oder eine Benachteiligung gegenüber den Märtyrern war, gegenüber seinem Bruder Jakobus und auch gegenüber Petrus? Im Willen Gottes zu sein, auf welchem Weg auch immer, das ist das Höchste, was einem Jünger werden kann. Einer ist euer Meister, ihr aber seid alle Brüder. So werden wir auch wirklich gerade Petrus und Johannes brüderlich nebeneinander im Dienst finden. Dabei wird Johannes, wie auch hier in unserem Abschnitt und im ganzen Evangelium, der Stille sein, der aber ohne Wortführung offensichtlich in seinem Wesen so wirksam ist, dass die Gemeinde ihn als Säule neben Petrus stellte (W.de Boor). (Lies Apg.3,1; 4,13; 8,14; Gal.2,9.) Die Jünger hatten an jenem Tag zu lernen: Die Pläne und Aufgaben, die Jesus mit den Seinen hat, sind sehr verschieden. Hüten wir uns vor dem Vergleichen, aber auch vor dem Gedanken: Warum gebraucht mich Gott zu diesem und nicht zu jenem Auftrag? Nützt mein Arbeiten im Hintergrund etwas für die Sache Gottes? Wir müssen uns klarmachen, dass die geistlichen Fronten ganz anders verlaufen. Wenn ich will ..., dass gerade du dort stehst? Kommt es nicht letztlich darauf an, dass wir an dem Platz stehen, wo Jesus uns haben und gebrauchen will? (Lies Joh.3,30; Matth.20,27; Apg.11,22.24.25; 13,2.7.13.46.)
Freitag,12.April Hiob 35,5; 36,26-30; 37,14-16.
Die Wolken am Himmel zu beobachten, dazu haben wir in unserem Mutterhaus, das auf einer Anhöhe liegt, immer wieder Gelegenheit. Wolken sind faszinierende Gebilde. Sie zeigen uns viel von Gottes Schöpferherrlichkeit. Jede Wolke hat eine lichte und eine dunkle Seite. Bei einem Flug kann man eine große Überraschung von Licht und Sonnenglanz erleben, ein leuchtend weißes Wolkenmeer, sobald die Wolkenschicht durchflogen ist, die dunkel über der Erde hängt. - In der Bibel begegnet uns die Wolke der Gegenwart Gottes auch in ihrer lichten und dunklen Seite, in der doppelten Bedeutung von Gnade und Gericht. Gott gebraucht die Wolken gewissermaßen als Kulisse für sein Handeln an uns Menschen. Nach der Sintflut wählte Gott den Regenbogen als Zeichen seines Bundes, diesen farbigen Glanz der hervorbrechenden Sonne auf der abziehenden Wolkennacht (Fr.Delitzsch). Wohl kam aus den Wolken das Gericht Gottes im vierzigtägigen Regen, aber dann kam aus der Wolke der Regenbogen, das Zeichen von Gottes Gnade und Segen. Wenn es kommt, dass ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen in den Wolken sehen; alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch (1.Mose 9,12-17; lies Jes.54,10). - Die dunkelste Wolke, die je auf Erden erblickt wurde, war die Finsternis über Golgatha, die das Gericht begleitete, das Jesus als unser Bürge am Kreuz erlitt. Aber gerade aus dieser dunklen Wolke leuchtet der herrlichste Bogen des Friedens und der Gnade für alle Menschen, die zu dem Opfer aufblicken, durch das Jesus Christus uns Versöhnung und ewiges Heil erworben hat. Für ewig steht deine Gnade fest; du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel (Ps.89,3; lies Matth.27,45-54; Joh.10,14.15.27-30; Hebr.10,14.19-23).
Samstag,13.April Hiob 37,15-18; Psalm 36,6.
Wolken mit Regen, Gewitter, Sturm oder Schnee braucht die Erde nötig, damit Leben und Wachstum möglich ist.. Ohne Wolken und Regen kann nichts gedeihen. Gott sprach zu Hiob: Wer stillt den Durst der ausgedörrten Erde, damit sie grünes Gras aufsprossen lässt? Rufst du den Wolken Befehle zu, damit sie Regen strömen lassen? (Hiob 38,33-38; lies Jer.10,6.12.13). Elihu, einer der Freunde Hiobs, wies ihn darauf hin: Das Licht ist oft nicht mehr zu sehen, weil dunkle Wolken es verborgen halten; doch plötzlich fegt der Wind den Himmel klar (Hiob 37,21). Die Sonne der Liebe Gottes ist nicht von uns gewichen, wenn es in und um uns dunkel ist und alles so anders läuft, als wir es uns gedacht haben. Sie scheint selbst dann noch, wenn wir ihre leuchtenden Strahlen durch die Wolken nicht sehen können. Oft bedrücken uns Dinge, die sich wie Berge vor uns auftürmen wollen. Nur zu oft quälen uns Fragen, mit denen wir nicht fertig werden. Warum bringen wir sie nicht sofort vor den Herrn, der für das nächste Problem schon die nächste Gnade bereithält? (Lies 2.Kor.12,9; Hebr.4,16.) Der Prophet Jeremia erlebte das Elend Israels; von sich selbst sagte er: Ich bin der Mann, der Elend sehen muss... Gott hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht ins Licht... Der Himmel war wie eine schwarze, eiserne Wand, nicht den geringsten Sonnenstrahl konnte Jeremia erspähen (Klagel.3,1-7.16-20). Und doch wusste er, dass die Sonne noch immer schien. Deshalb konnte er sagen: Dies nehme ich zu Herzen, darum will ich hoffen: Die Güte des Herrn ists, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen (Klagel.3,21-24; lies 1.Kor.10,13; 5.Mose 33,26.27; Ps.66,10-12).
Sonntag,14.April 2.Mose 13,17-22; 14,1-14.
Auf dem Weg durch die Wüste gab Gott dem Volk Israel ein besonderes Zeichen seiner Gegenwart. Während des Tages ging er in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und in der Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. Tag und Nacht konnten sie unterwegs sein. - Nie wird Israel den Tag vergessen haben, an dem sie am Roten Meer standen und plötzlich sahen, wie Pharao mit seinem Heer ihnen nachjagte. Angst packte sie und sie schrien zu Gott um Hilfe. Und er ließ sie nicht im Stich, seine Antwort war ein trockener Weg mitten durch das Meer: Das Wasser war eine Mauer zur Rechten und zur Linken. Außerdem veranlasste er eine Positionsänderung der Wolkensäule. Sie erhob sich und trat hinter sie und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Dort war die Wolke finster, und hier erleuchtete sie die Nacht, und so kamen die Heere die ganze Nacht einander nicht näher... (2.Mose 14,15-29). Wie oft hat es der Feind auf Gottes Volk abgesehen. In solchen Augenblicken sollten wir das Wort im Glauben bedenken: Niemals wich die Wolkensäule! Das bedeutet freilich nicht, dass uns alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. So einfach geht es nicht. Dennoch ist es eine große Hilfe, zu wissen, dass wir in einer bedrückenden Situation nicht allein sind. (Lies Klagel.3,55-58; Ps.34,16.19; 56,2-5.) Die Wolken- und Feuersäule war ein Zeichen der immerwährenden Gegenwart Gottes, ein Zeichen, das auch uns signalisieren will: Gott ist da, er ist euer unsichtbarer, aber ständiger Begleiter. In Jesus ist er gegenwärtig, der uns zuspricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Alles erscheint in einem anderen Licht, wenn wir festhalten: wir sind geführt, und wir sind begleitet (Jes.52,12; lies Sach.2,9.)
Montag,15.April 4.Mose 9,15-23; 10,1-10.
Nie war Israel ohne Führung, auch nie ohne Signal zum Lagern und Aufbrechen. Immer, wenn die Wolke sich von der Stiftshütte erhob, brachen die Israeliten auf, um ihre Wanderung fortzusetzen. Wenn sich aber die Wolke nicht erhob, zogen sie nicht weiter (2.Mose 40,36.37). Gottes Gegenwart bestimmte auf dem ganzen Zug durch die Wüste nicht nur den Weg seines Volkes, sondern auch den Lagerplatz, die Zeit der Ruhe und des Wartens, die Stunde des Aufbruchs. (Lies Ps.73,24; Jes.51,10.11.) Ein Besucher unseres Mutterhauses sprach über die Wolken- und Feuersäule, die Israel den Weg wies. Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und die Briefe lese, die eingegangen sind und deren Inhalt mich manchmal wie eine drohende Wolke überfällt, wenn ich Akten durchsehe, bei deren Problematik ich nicht weiß, wie ich sie lösen soll, wenn ich Gespräche führe oder Sitzungen leite, dann kann ich manchmal seufzen: Ach, wenn ich sie doch sehen könnte, diese Wolken- und Feuersäule, wenn sie mir doch auch den Weg zeigte durch das Dickicht der Probleme, so wie sie einst dem Volk Israel den Weg gewiesen hat. Wie schnell ertappe ich mich dann bei dem Gedanken: Ja, damals! Damals waren die Verhältnisse noch nicht so verworren, noch nicht so kompliziert. Damals konnte man sich noch eher einen Durchblick bewahren. Aber heute? Und so stehe ich immer wieder in der Versuchung, aus der Gegenwart in die Vergangenheit zu flüchten. Aber wir wollen uns nicht in die Vergangenheit absetzen. Wir wollen vielmehr das Grundlegende, das Unvergängliche, das Typische der Erfahrungen Israels in unsere Gegenwart, in unser Leben herüberholen. Gott kam damals den Bedürfnissen seines Volkes entgegen. Er will dies auch heute tun, wenn nicht in einer sichtbaren Wolke, dann doch so, dass wir ihn verstehen können. Die aufgeschlagene Bibel und der Heilige Geist sind die großen Wegzeichen Gottes, höhere gibt es nicht! (Lies Ps.119,105; 2.Tim.3,16.17; Hag.2,4b.5; Joh.14,26; 16,13.)
Dienstag,16.April 2.Mose 24,12-18; Matthäus 5,8.
Die Wolke der Herrlichkeit umgab Mose und Josua, als Mose dem Ruf Gottes auf den Berg Sinai folgte und Josua ihn begleitete. Vor den Augen der Israeliten war diese Wolke ein verzehrendes Feuer, Mose aber durfte in diesem Glanz der Herrlichkeit Gottes vierzig Tage und vierzig Nächte verbringen: Mose trat mitten in die Wolke hinein ... Und der Herr redete mit Mose. Wir wissen sogar, dass der Herr mit ihm über den Bau der Stiftshütte sprach: Nach dem Bild, das ich dir zeige von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät, sollt ihr's machen - die Bundeslade, den Schaubrottisch, den Leuchter, die Wohnung mit ihren Vorhängen schaute Mose. Ebenso erhielt er Gottes Plan für den Brandopferaltar und den Vorhof. Gott sprach mit ihm auch über die Ordnung des Priesterdienstes (2.Mose 25-31). Die Rückkehr vom Berg erschütterte Mose zutiefst, weil er das Volk im Götzendienst vorfand. Er nahm das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf, und nannte es Stiftshütte. Wenn Mose in dieses Zelt ging, kam die Wolkensäule und blieb am Eingang des Zeltes stehen. Außerhalb des Lagers redete der Herr mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet (4.Mose 12,8). Es gibt außerhalb des Lagers Vorrechte der Lebensgemeinschaft mit dem Herrn, die niemand erlebt, der sich nicht für Gott absondern lässt. (Lies 2.Mose 34,29; vgl.Dan.10,2.16-19.) Wir brauchen die Begegnung mit dem Herrn. Deshalb sollten wir immer wieder eine Zeit und einen Ort suchen, wo wir frei von Störungen mit ihm zusammen sein können. Das Alleinsein mit dem Herrn fällt uns nicht ohne weiteres zu. Aber je völliger wir uns absondern - von Menschen, von Aufgaben, von Interessantem und Angenehmem, auch von allen ablenkenden Sorgen oder zerstreuenden Gedanken, desto eindeutiger wird der Herr zu uns reden können. (Lies Ps.4,4; 5,4.)
Mittwoch,17.April 2.Mose 40,34.35; 1.Könige 8,1-11.
Als die Stiftshütte nach dem göttlichen Plan vollendet und aufgestellt war, bedeckte die Wolke der Herrlichkeit das Zelt der Zusammenkunft. Auch als der Tempel eingeweiht wurde, erlebten die Israeliten: Als die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke der Herrlichkeit das Haus des Herrn. So sichtbar war Gottes Offenbarung. Der Allmächtige und Ewige, der heilige Gott, war inmitten seines Volkes, um es zu segnen. (Vgl.2.Chron.5,13.14; 7,1-3.) Diese Wolke der Herrlichkeit, die den Tempel erfüllte, ist ein prophetisches Abbild der Gegenwart des Heiligen Geistes, der in der neutestamentlichen Gemeinde, in jedem einzelnen Glaubenden Wohnung genommen hat. Der Heilige Geist will unser Herz erfüllen und unser Leben regieren, damit durch uns seine Herrlichkeit in die Welt hineinstrahlt, in der wir leben. Das kann jedoch nur geschehen, wenn wir unser Leben vom Wort Gottes prägen lassen. An die Christen in Korinth schreibt Paulus: Was hat der Tempel Gottes gemein mit Götzen? Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes... Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an (2.Kor.6,13-7,1; lies 1.Kor.6,19.20; Eph.2,19-22). Ein warnendes Beispiel finden wir in Aaron und Mirjam, die Gottes Gegenwart außer Acht ließen. Obwohl sie Mose nahe standen, ergriff der Neid ihre Herzen, und sie redeten über Mose. (Lies Spr.14,30; Jak.3,5.) Da kam Gott hernieder in der Wolke und trat in die Tür der Stiftshütte, rief Aaron und Mirjam und sprach zu ihnen: Warum habt ihr euch nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht Mose zu reden?... Gott wandte sich weg; auch wich die Wolke von der Stiftshütte. Und siehe, da war Mirjam aussätzig. Vielleicht geschah das abschätzige Reden gedankenlos, doch der Herr nahm es sehr ernst. Dem Gebet Moses und Gottes Barmherzigkeit hatte Mirjam ihre Zurechtbringung zu verdanken. (Lies 4.Mose 12,1-16.)
Donnerstag,18.April Hiob 22,10.11; Hesekiel 34,12.
Auch Menschen der Bibel blieben Tage der Dunkelheit nicht erspart. Zu Hiob sagte einer seiner Freunde: Darum bist du von Schlingen umgeben, und Entsetzen hat dich plötzlich erschreckt. Du siehst nichts mehr vor lauter Dunkelheit. Hesekiel wiederum beschreibt einen Tag der Rettung aus allen Orten, wohin Gott sie an trüben und dunklen Tagen zerstreute. Solche Tage, an denen unser Leben von dunklen Wolken überschattet wird, können uns plötzlich treffen. Wie können wir dem Dunkel begegnen? Wir wollen eines nicht vergessen: Hinter den Wolken leuchtet das Licht der Sonne. Die Wolken sind Gott untertan. Hinter den Wolken schlägt sein Herz, und durch die Wolken greift seine Hand. Esra sprach aus Erfahrung: Die Hand des Herrn ist zum Besten über allen, die ihn suchen... Die Hand unseres Gottes war über uns und errettete uns vor Feinden und vor solchen, die uns auf dem Wege nachstellten (Esra 8,22b.31; lies Ps.33,18; 113,4-7; Jes.49,14-16). Der Prophet Jesaja hatte eine frohe Botschaft für schwere Zeiten: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind... (Jes.8,23a; 9,1). Gott ist aus der Dunkelheit hervorgetreten. Jesus ist als Licht in die Welt gekommen. Solange er hier auf Erden lebte, wurde es im Leben vieler Menschen hell. Es kam jedoch der Tag, an dem eine Wolke Jesus aufnahm vor den Augen der Jünger weg. Während sie ihm nachsahen, sagten zwei himmlische Boten zu ihnen: Er wird wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. (Lies Apg.1,9-11.) Bis zu seiner Wiederkunft mag es für uns noch manche Stunden und Tage geben, in denen Jesus uns fern zu sein scheint. Wenn dunkle Wolken über uns hängen, dringt trotzdem das Gebet der Elenden durch die Wolken. Selbst aus dunklen Trübsalswolken kann uns Segen werden. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann! (Lies Ps.34,7; 66,19; 102,18.20.21; 1.Petr.4,12.-14.)
Freitag,19.April Matthäus 17,1-8; 2.Petrus 1,16-18.
Die Wolke der Gegenwart Gottes erlebten die Jünger auf dem Berg der Verklärung. Es war eine lichte Wolke (V.5), aus der die Stimme des Vaters vernommen wurde: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören! Petrus schreibt, dass die Stimme aus der großen, hocherhabenen, prachtvollen Herrlichkeit kam. Begreifen wir, was das Wort in sich schließt, dass Gott Licht ist und keine Finsternis in ihm ist (1.Joh.1,5)? Wenn wir in Gemeinschaft mit Jesus, dem Sohn Gottes, leben wollen, müssen wir uns seinem Licht stellen. Das göttliche Licht ist kein hartes Licht, es ist vielmehr das Licht der Liebe, das alle Finsternis aus unserem Leben entfernen will. Es liegt uns nahe, manche Dinge zu verstecken, die eigentlich ans Licht kommen sollten. Aber wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Jesus lässt sich nicht täuschen, ihm genügen fromme Worte nicht. Er will, dass unser Reden und unser praktisches Tun übereinstimmen. Bleiben wir in der Finsternis, dann bedeutet es, dass wir bewusst das eine oder andere Lebensgebiet seinem göttlichen Licht vorenthalten und damit bewusst Sünde festhalten, weil wir sie noch lieben. Wir werden aufgefordert: Kommt, lasst uns wandeln im Licht des Herrn! Mache dich auf und werde licht! (Jes.2,5; 60,1). Nichts Verborgenes, nichts Heimliches soll bleiben, weil Sünde unser Leben kaputtmacht. (Lies Spr.28,13.14.) Jesus hat uns ein Leben im Licht ermöglicht. Er will uns zu Kindern des Lichts machen. Aus der Gemeinschaft mit ihm wächst auch die Frucht des Lichts. Die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit (Eph.5,8-10; lies Matth.5,14-16; 1.Thess.5,5.8.9).
Samstag,20.April Johannes 14,1-3; 17,24; 1.Thessalonicher 4,13-18.
Alles Verlässliche, Sichere in der Welt ist in unseren Tagen einer großen Verunsicherung gewichen. Die Erde wird immer mehr zum Schauplatz verlorener Hoffnungen, sie gleicht einem ungestümen Meer. Die Menschen werden wie Schiffbrüchige hin- und hergerissen. Deshalb sehen viele mit großer Angst der Zukunft entgegen. Glaubende Christen aber sollen inmitten aller Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung die lebendige Hoffnung festhalten, die sich auf das Versprechen von Jesus Christus gründet: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten... und ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin! In allen Stürmen des Lebens ist das Wissen darum unser einziger, starker Halt. Im Bild gesprochen heißt es, dass diese Hoffnung für unsere Seele wie ein sicherer Anker ist, der im Himmel festgemacht ist. (Lies Hebr.6,19.20; 1.Petr.1,3-9; 2.Thess.2,16.17.) Ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen. Nicht durch einen Engel oder durch einen feurigen Wagen wird Jesus uns in die Herrlichkeit holen lassen. Er selbst, der Herr, wird vom Himmel herabkommen... in den Wolken des Himmels werden wir ihm entgegengerückt werden. Das können keine dunklen Wolken sein, die uns der Herrlichkeit entgegentragen, sondern Wolken voll Licht und göttlichem Glanz. Noch sind wir Wartende. Die Zeit seiner Wiederkunft, so sagte Jesus den fragenden Jüngern, bleibt ein Geheimnis des Vaters (Apg.1,7.11). Wenn Gottes Stunde schlägt, dann wird die Begegnung der Gläubigen mit Jesus in einem Nu und Augenblick geschehen. Was wird es sein, wenn unsere Augen den König sehen in seiner Schöne! Diese gewisse, unerschütterbare Zukunftsaussicht will uns schon jetzt motivieren: Ein jeder, der eine solche Hoffnung auf ihn im Herzen hat, der reinigt sich, wie auch er rein ist (2.Kor,7,1; lies 1.Thess.4,1-3a; 5,1-8.23.24).
Sonntag,21.April Offenbarung 1,7.8; Hebräer 9,27.28.
Der Psalmist spricht davon, wie Gott sich seiner Schöpfung bedient: Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen (Ps.104,3), und Johannes sieht Jesus Christus auf den Wolken wiederkommen. Sein Kommen am Ende der Tage wird allerdings mit Gericht verbunden sein: Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Und ich sah: Und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer gleich dem Sohn des Menschen, der auf seinem Haupt eine goldene Krone und in seiner Hand eine scharfe Sichel hatte. Diese Wolke hat denselben Glanz wie der Richterthron Gottes, von dem geschrieben steht: Ich sah einen großen, weißen Thron... (Lies Offb.14,14-17; 20,11-15.) Noch leben wir in der Zeit der Gnade (2.Kor.6,2), noch ist die Umkehr zu Jesus Christus möglich. Wer sich jetzt von Jesus und seinem Wort in die Nachfolge rufen lässt, gewinnt eine Zukunft mit Gott. Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben durchgedrungen. (Lies Joh.6,39.40; 2.Kor.5,20.21; 1.Tim.2,4-6.) Der Schreiber des Hebräerbriefs mahnt uns zu bedenken, welche Entscheidung wir für unser Leben im Blick auf die Ewigkeit treffen: Wie werden wir dem gerechten Gericht Gottes entfliehen, wenn wir ein so großes Heil - wie es Jesus Christus jedem Menschen anbietet - missachten? (Lies Hebr.2,1-3.) Wir wollen beten: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz ... Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Montag,22.April Hebräer 12,1; Römer 13,11.12.
Von einer einzigartigen Wolke berichtet der Hebräerbrief. Es ist keine sichtbare Wolke, die aus kondensiertem Wasserdampf oder Eiskristallen in der Atmosphäre zu sehen ist, es ist die Wolke von Zeugen, die uns umgibt. Diese Wolke meint die Schar von Männern und Frauen, die vor uns zu der weltweiten Gottesfamilie gehörten, Glaubende aus allen Sprachen und Stämmen, die Zeugen für Gott an ihrem Platz gewesen sind und die das himmlische Ziel schon erreicht haben. Unter ihnen sind solche, die ihren Auftrag bis zuletzt treu ausrichten konnten, andere, die um ihres Zeugnisses willen ihr Leben opferten. Auch die Glaubenden, von denen Hebräer 11 berichtet, zählen zu der Wolke von Zeugen. Sie wussten, dass Glauben heißt, in zuversichtlichem Vertrauen das vorausnehmen, was man hofft, es schon jetzt verwirklichen und fest überzeugt sein von den herrlichen Dingen, die man nicht sieht, die aber vorhanden sind und die zu gegebener Zeit in Erscheinung treten werden. Es wird hinzugefügt: In diesem Stück haben sich unsere Väter Lob und Anerkennung bei Gott erworben. (Lies Hebr.11,1-40.) Diese Zeugen waren nicht Zuschauer am Wettlauf anderer, sondern Teilnehmer, die selbst in der Kampfbahn des Glaubens liefen. Der Blick auf diese Wolke soll uns zum Durchhalten anspornen. Unser Vertrauen braucht Stärkung, damit wir nicht denken, wir stünden allein in der Welt, allein in der Schule, allein im Studium, allein am Arbeitsplatz, allein in der Familie. Wir sind es nicht. Wie die Zeugen der vergangenen Zeit nicht allein gelassen wurden, so ist Jesus auch uns nahe mit seiner Hilfe und Segnung. Deshalb, weil wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst auch uns mit Geduld, mit Ausharren laufen in dem Kampf, der uns bestimmt ist! (Lies Hebr.6,11.12; 13,7; vgl.Apg.7,55-59.)
Dienstag,23.April 1.Mose 9,9-17; Psalm 105,4.8.
Hinter den Wolken schlägt ein Herz! In den letzten Tagen versuchten wir, die Sprache der Wolken am Himmel zu verstehen, und wir merkten, dass sie vielfältig ist. Auch für uns, auf die so sehr viel erschreckende, in Angst versetzende Nachrichten einstürmen, ist es eine Hilfe, immer wieder über Zeichen und Zusagen Gottes nachzudenken. Wir wollen uns noch einmal an den Regenbogen erinnern, der solch ein Zeichen am Himmel ist. Dieses Zeichen will unsere Gedanken vom Sorgen abziehen und zum Vertrauen auf Gott lenken. Wenn es kommt, dass ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen in den Wolken sehen. Dann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch... - Der Regenbogen ein Erinnerungszeichen! Gott bedurfte keines Zeichens, um an den Beschluss, den er in seiner Liebe gefasst hat, erinnert zu werden. Aber wir brauchen diese Sprache und dieses Zeichen, um in dem Wechsel unseres Lebens immer wieder an Gottes erbarmende Liebe und seine Treue erinnert zu werden (J.Kroeker). (Vgl.5.Mose 8,2.8; 1.Chron.16,12; Ps.106,44-46; 111,1-5.) Der Bogen verdrängte die Wolken nicht, vielmehr erschien er in den Wolken den Menschen, die aus dem Gericht für eine neue Zukunft gerettet wurden. So ist es bis heute geblieben. Als Jesus mit uns in einen Bund trat, war seine Gnade die Grundlage: Aus Gnaden seid ihr selig geworden. In diesem Gnaden-Bund sind wir geborgen für Zeit und Ewigkeit. Wunderbar steht fortan seine Treue-Zusage über unserem Leben! Dieses weiß ich, dass Gott für mich ist. Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit - deine Treue -, so weit die Wolken gehen. Wir wollen singen von der Gnade des Herrn, verkündigen, wie treu er ist. (Lies Ps.89,2.3.14-18.29; 56,10b; Röm.8,30.31.35-39.)
Mittwoch,24.April Philipper 3,10.11; 2.Petrus 3,18.
In einer Zeitschrift trug ein Artikel die Überschrift: Aha-Erlebnisse, durch Gottes Geist bewirkt. Als Untertitel war zu lesen: Das Programm für ein ganzes Leben: Jesus Christus erkennen. Unter anderem wurde von einer Dame berichtet, deren Lebensumstände nicht leicht waren, die ihre Bibel jedoch gut kannte. Immer wieder geschah es, dass sie beim Lesen oder Hören von Gottes Wort ein staunendes Aha ausrief. Diese Frau lebte sehr intensiv mit dem Wort Gottes, so machte sie immer wieder neue Entdeckungen und brachte sie laut zum Ausdruck mit einem: Aha, so ist das. Als Zusammenfassung stand in dem Artikel Folgendes: Wenn Gottes Geist wirkt und wir Jesus tiefer erkennen, dann kommt es zu solchen Aha-Erlebnissen, Zusammenhänge werden erkannt und neu erschlossen. (Lies Joh.6,68.69; 10,10b; 17,25.26.) Paulus wusste darum und schrieb den Philippern: Ich muss ihn - Jesus - immer besser kennen lernen. Im Leben Jesu entdeckte er viel Kostbares, das für sein persönliches Leben entscheidend war. Unsere Nachfolge bleibt in dem Maß lebendig und echt, wie neue Entdeckungen nicht fehlen. Gehen wir beim Hören von Gottes Wort und beim Lesen in der Bibel auf Entdeckungsreise? Kennen wir Entdecker-Freuden und wissen wir, dass es noch mehr Schätze zu heben gibt? Die Christenheit hat keine Zukunft, wenn sie nicht wieder neu Christus ernst nimmt (M.Haug). Ganz persönlich ausgedrückt heißt das: Mein Christsein hat keine Zukunft, wenn ich nicht immer wieder neu Jesus ernst nehme. Denn ihn ernst nehmen heißt auch: Es ist mein innerstes Verlangen, ihn immer besser kennen zu lernen. Besseres Erkennen des Herrn Jesus bringt mich ihm und den Schätzen, die in ihm verborgen sind, näher. (Lies Hosea 6,3; Joh.5,39; 8,31.32; Kol.1,18; 2,2.3.9.10.)
Donnerstag,25.April Markus 3,13-19; Matthäus 8,23-27.
Jesus rief seine Jünger, dass sie bei ihm sein sollten. In den drei Jahren, während der sie Jesus sehr persönlich aus nächster Nähe erlebten, lernten sie ihn von den verschiedensten Seiten kennen und entdeckten immer wieder Neues an ihm. Ihre Entdeckungen können auch zu den unsrigen werden. Durch das Wirken des Heiligen Geistes können wir ebenfalls sagen: Aha, so ist Jesus, das ist er für mich, das will er für alle Menschen sein. (Lies Joh.16,13-15.) Ist es wirklich unser Verlangen, dass wir immer Neues an Jesus und in der Gemeinschaft mit ihm erkennen wollen? (Lies Eph.3,14-19.) - Um sieben Entdeckungen für Jesus-Jünger geht es in den nächsten Tagen. Eine erste Entdeckung der Jünger war: Jesus ist allmächtig! Sie befanden sich mit Jesus auf dem See Genezareth, als plötzlich ein aufkommender Sturm ihr Boot in Seenot brachte. In ihrer Angst schrien sie zu Jesus. Er stand auf, bedrohte den Wind und das Meer, da wurde es ganz still. In dieser kritischen und lebensbedrohenden Situation entdeckten sie: Wind und Meer sind ihm - Jesus - gehorsam! Diese gewaltige Aussage folgte dem gewaltigen Erleben. Nur ein Wort von Jesus genügte, und das tobende Meer wurde still. - An seine unumschränkte Macht, wie die Jünger sie in dieser Stunde erlebten, erinnerte Jesus sie, als er von ihnen schied: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden (Matth.28,18). Sein machtvolles Wort will Jesus heute über den Wellen und Wogen sprechen, die uns zu mächtig sind und die uns lebensbedrohend erscheinen. In einem Lied von G.Schnitter werden verschiedene Wellen genannt: Wellen der Angst, Wellen der Schuld, Wellen des Leides, Wellen der Sorge. Sie können uns nicht vernichten, wenn die Gewissheit in uns lebt: Aber der Herr ist immer noch größer, größer als ich denken kann, er hat das ganz Weltall erschaffen, alles ist ihm untertan. (Lies Jes.9,5; 1.Petr.3,22; Hiob 42,1.2.)
Freitag,26.April Matthäus 14, 22-33; Psalm 93,3.4.
Der Sturm auf dem Meer hatte den Jüngern die Macht ihres Herrn geoffenbart. Doch bald schon kamen sie in einen neuen Sturm. Ohne Jesus und in der Dunkelheit der Nacht waren sie in ihrem kleinen Boot auf dem See Genezareth. Und das Boot kam in Not durch die Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen. Beim ersten Sturm hatten die Jünger entdeckt, dass Wind und Meer ihm gehorchten. Hatten sie diesmal keine Furcht? Im Gegenteil: Sie schrien vor Furcht, als Jesus zu ihnen kam, weil sie ihn nicht erkannten. Er hatte sie nicht aus dem Auge verloren. Erneut entdeckten sie seine Macht über die Gewalten. Und mehr noch, dass er auf den Wellen gehen kann. Alles ist ihm untertan! Diese Tatsache sollte sich ihnen und sollte sich uns tief einprägen, denn in der Nachfolge gibt es immer wieder Sturm-Zeiten. (Lies Ps.65,6-8; 107,28-31; Spr.30,4.) Als der impulsive Petrus erkannte, dass Jesus selbst Wasserwogen zu seinem Weg macht, rief er: Herr, heiß mich zu dir kommen! Und Jesus sprach zu ihm: Komm! Problemlos konnte Petrus auf dem Wasser gehen, solange er auf Jesus sah. Als er jedoch seinen Blick von Jesus abwandte, begann er zu sinken. Es ist gefährlich, sich umzudrehen und auf den tosenden Sturm zu starren. Jesus hat die Macht, uns auf Wassern der Unmöglichkeiten mitzunehmen, denn bei ihm ist kein Ding unmöglich! (Lies Jer.32,17.27.) H.Bezzel schrieb: Wenn mein Leben bedroht ist und das Lebensfundament entsinkt, brauche ich nicht einen, der genau so jämmerlich ist wie ich, sondern ich brauche das Wort eines Helden wider Not und Tod. Ich brauche den, vor dem die Felsen zittern, den Mann, der in seiner durchgrabenen Hand die Welt trägt. Es muss einer mit mir reden, der dem Sturm ins Auge geschaut und die Not bis auf den Grund durchmessen hat. Jesus steht uns auch am heutigen Tag zur Seite! (Lies 2.Mose 19,4; Hiob 9,10; 2.Tim.4,17a.)
Samstag,27.April Markus 2,1-5; Jesaja 53,4.5.
Eine andere Entdeckung machten die Jünger mit den vier Männern, die ihren kranken Freund direkt zu Jesus trugen. Dass er den Gelähmten heilen würde, damit rechneten sie. Was aber die Umstehenden erlebten, das überraschte alle und führte zu einer neuen und wichtigen Entdeckung. Als Jesus den Glauben der Männer sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Jesus handelt nicht nach dem allgemeinen Prinzip Hauptsache gesund. Es ist gut, wenn ein Gelähmter Freunde hat. Aber auch sie und die Jünger mussten erkennen, worin der größte Schaden eines Menschenlebens besteht, dass die Sünde der Leute Verderben ist (Spr.14,34). Die körperliche Not des Mannes war offensichtlich, sein eigentliches Elend sah nur Jesus. Er wusste um den Schaden, den die Sünde in seinem Leben angerichtet hatte, und warum sein Herz unglücklich war. Das trifft für alle Menschen zu allen Zeiten zu. Die Sünde kann sehr verborgen hinter einer glänzenden Fassade bleiben. Doch Jesus hat den klaren Durchblick, und er will uns von der Sündenkrankheit heilen. Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig - innerlich heil - zu machen (1.Tim.1,15; lies Matth.1,21; Jes.57,15.18.19). Ich will sie heilen! Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind. Wer diese Worte hört und sie für sich persönlich annimmt, darf innerlich gesunden. Glücklich der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet! Wenn wir aus der Gottesferne zu Jesus kommen, dürfen wir erleben: Das Blut Jesu macht uns rein von aller Sünde. (Lies Jes.1,18; 2.Kor.5,21; Eph.1,7.) Aber Vergebung brauchen wir nicht nur einmal in unserem Leben, wir brauchen sie, weil die Sünde vor unserer Tür lauert, solange wir leben. Satan will unser Glück und die Freude in der Gemeinschaft mit Jesus stören. (Lies 1.Petr.5,8-11; 1.Joh.1,7-9.)
Sonntag,28.April Lukas 22,1-8.47.48; Matthäus 27,1-5.
Die Entdeckungen, die Gottes Geist wirkt, sollen sich vor allem in unserem praktischen Leben auswirken. Petrus wurde an Jesus in besonderem Maße schuldig, als er ihn dreimal verleugnete. Er war nicht weniger schuldig als Judas, der seinen Herrn an die Hohenpriester verriet. Petrus sitzt mit Judas auf derselben Sünderbank. In der Sünde liegt kein Unterschied, das Maß der Sünde war dem des Judas gleich, auch das Ende wäre ohne den Blick Jesu vielleicht das gleiche gewesen. Wie gut, dass Petrus noch ein Auge hatte für den Blick seines Herrn, und vielleicht wurde ihm schon bei dem Blick Jesu bewusst, dass der Kreuzesweg Jesu einen Bezug hatte zu seiner Verleugnung und dass auf diesem Weg Vergebung erst möglich wurde (H.Kemner). (Lies Joh.20,19.20; 21,15-19.) Auch Judas hatte in Kapernaum erlebt, wie Jesus dem Gichtbrüchigen zunächst die Sündenvergebung zusprach. Noch viele andere Begegnungen mit Sündern waren gefolgt. Hatte Judas nicht entdeckt, dass Jesus ein Heiland für Sünder ist - und damit auch für ihn? War er so verzweifelt über sich, dass er nicht mehr an die Vergebung glauben konnte? (Lies Ps.51,9-14; Jes.1,18; 44,22; 55,7.) Wenn die Sünde in den Augen Jesu das größte Übel ist, dann können wir sie nicht als Bagatelle abtun. Sie kostete ihn das Leben. Um unsere Schuld zu sühnen, nahm Jesus den Kreuzestod auf sich. Haben wir schon die Vergebung für unsere Schuld gesucht? Dann sollten wir es belasteten Menschen weitersagen, dass Jesus Sünde ernst nimmt; sie aber auch vergeben will. So viele Menschen unserer Tage brauchen diese einzigartige Lebenshilfe: Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht. (Lies 2.Kor.5,19-21.)
Jesus Christus starb für mich. Jesus Christus starb für dich.
Für die ganze Welt starb er am Kreuz. Er nahm unsre Schuld auf sich!
Herr, ich danke dir, dass du mich liebst. Deine Gnade gilt auch mir.
Danke, Herr, dass du die Schuld vergibst. Ich will leben, Herr, mit dir.
Peter StrauchMontag,29.April Matthäus 14,13-21; Psalm 23,5.
Wir haben nichts als nur... Bewegt nicht auch uns die Situation, auf die die Jünger sahen: fünf Brote und zwei Fischte und fünftausend hungrige Menschen! Das war doch gleich null, nichts, einfach hoffnungslos. Angesichts des geringen Vorrats zeigte Jesus seinen Jüngern den Ausweg: Bringt sie mir her! Das war der Weg heraus aus dem Mangel und hinein in seinen Reichtum. Voller Staunen erlebten die Jünger, dass er aus dem wenigen, das wirklich kümmerlich und völlig unzureichend war, eine Fülle werden ließ mit zwölf Körben Überfluss. Welch ein Wunder! (Lies Joh.2,1-11; Mark.10,46-52.) Gewinnen auch wir die Erkenntnis, die für unser Leben sehr wichtig ist: Jesus ist nicht auf das wenige angewiesen! Es ist nicht entscheidend, was ich habe und was ich kann und wer ich bin. Und doch fragen wir oft: Herr, was ist das schon? Meine Kraft ist klein, meine Liebe so schnell am Ende, die Gaben und Fähigkeiten sind kümmerlich im Vergleich zu den Aufgaben, die vor mir liegen. Wie soll ich sie bewältigen? Was wir in Jesu Hand legen, das kann er auf wunderbare Weise vermehren. Jesus schaute zu seinem Vater auf und dankte. Das steht auch uns frei, dankend und erwartungsvoll aufzuschauen und allen Mangel und alle Not vor Jesus auszubreiten. Sollten wir es nicht einmal versuchen, angesichts eines noch ungelösten Problems schon für die Lösung zu danken? (Lies Phil.4,6.7; Hebr.11,6.) Jesus lebt! Er kann selbst das schwerste Problem lösen. Aber er nimmt sich auch der kleinen Dinge an und will uns geben, was wir heute brauchen. Deshalb sollten wir ihm alles sagen, was wir haben und was uns fehlt. Das wenige sollten wir vertrauensvoll seiner Hand übergeben, damit Jesus das Wunder wirken kann, damit aus dem wenigen die Fülle und ein frohes Herz wird. (Lies 1.Kön.17,6.16; 19,6-8; 2.Kön.4,1-7; Ps.31,20.)
Dienstag,30.April Markus 6,38-52; Lukas 24, 13-35.
Obwohl die Jünger die Speisung von fünftausend hungrigen Menschen erlebt hatten, waren sie um nichts verständiger geworden angesichts der Brote, sondern ihr Herz war verhärtet. Das macht betroffen, dass so wenig Glauben für eine neue Herausforderung in ihnen war. Ist es bei uns nicht manchmal auch so? Wir haben miterlebt, wie liebevoll Jesus für Menschen sorgte - auch für uns -, aber unser Herz bleibt unberührt, weil es unempfindlich und vielleicht sogar hart ist? Was jedoch unser Herz nicht zutiefst trifft, verändert unser Leben nicht. (Vgl.Hebr.5,11.12.) - Ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten, wird von den beiden Jüngern berichtet, die nach dem Tod Jesu und seiner bereits von den Frauen bezeugten Auferstehung auf dem Weg nach Emmaus waren. Jesus redete mit ihnen, aber sie erkannten ihn nicht. Darum nannte er sie Toren, deren Herzen zu träge waren zu glauben. Mit allem, was Jesus tat, hätte er seinen Jüngern gern eine bleibende Gabe geschenkt, nicht nur eine kurze Freude. Wenn sie aber über jeden neuen Erweis seiner Liebe und Macht nur in ein tiefes Erstaunen fielen, so wurde dadurch offenbar, dass sie zwar Jesu Tun vor Augen hatten, ohne es mit ihrem stumpfen Herzen wahrzunehmen und zu verstehen (A.Schlatter). Paulus kannte das menschliche Herz, darum schrieb er den Ephesern, welches Gebetsanliegen er für sie hatte: Er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, dass ihr erkennt... (Eph.1,18a; lies Eph.3,14-21). Ohne das beständige Wirken des Heiligen Geistes werden wir schnell träge im Erkennen dessen, was der Herr uns schenken will. Nur Gottes Geist kann uns aus einer solchen Herzensverfassung herausholen. Darum wollen wir bitten. Wenn unser Herz wieder für Jesus und sein Wort brennt, werden wir geistliche Zusammenhänge erkennen und sie auch mit brennendem Herzen weitersagen. (Lies Ps.18,29; Joh.8,31.32.)
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