Sonntag,1.April Sacharja 2,14; Philipper 4,4.5.
"Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr!" Sacharja gibt diesen Freudenbefehl weiter. Der Herr hatte mit ihm über die Rettung Jerusalems aus der Hand der Völker gesprochen: "Ich selbst, spricht der Herr, will eine feurige Mauer um sie her und zur Herrlichkeit in ihrer Mitte sein... Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an." Dass Gott zu uns Menschen spricht, das macht unser Leben wertvoll. Kann es sein, dass sein Wort uns gegenüber stumm bleibt? Verschiedene Gründe kann das haben. Vielleicht ist unser Herz - das Empfangsgerät bei uns - nicht in Ordnung. Oder ein Schatten hat sich zwischen den Herrn und uns geschoben, der die Verbindung verhindert. Das soll nicht so bleiben, der Kontakt mit unserem himmlischen Herrn kann wieder hergestellt werden. Wir dürfen den Hilferuf direkt an ihn richten, er wartet darauf: "Rufe mich an in der Not, und ich will dir antworten." "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir wieder von neuem einen gewissen Geist!" In seiner Treue wird er uns das Hindernis zeigen und auch den Weg, wie wir wieder hörbereit für ihn werden. (Lies Ps.28,1.2.6.7.) - Dass Gott spricht - für Mose war das ein großes Vorrecht. Er hatte einen Ort, an dem er mit dem Herrn zusammenkam (4.Mose 7,89; 2.Mose 29,42; 33,9). Mose, Sacharja und andere Propheten hörten seine Stimme. Auch heute spricht der Herr zu uns durch sein Wort. Christa von Viebahn gab ihren Schwestern den Rat: "Lest die Bibel! Sie ist das Wort des lebendigen Gottes! Sie ist die Quelle alles geistlichen Lebens. Und alles, was darin steht, ist wahr und bedeutet Hilfe und Heil für uns." (Lies Kol.3,16; Ps.19,8-12.)
Montag,2.April Sacharja 2,14; Habakuk 3,18.
"Freue dich und sei fröhlich!" Was Jerusalem galt, das gilt auch jedem Einzelnen von uns. Natürlich kann man fragen: Lässt sich Freude befehlen? Kann Gott, der mich kennt, der die Nöte unserer Zeit sieht, einfach sagen: "Freue dich!"? Wie können wir uns freuen, wenn wir Krankheiten, Zerwürfnisse, Ungerechtigkeiten in unserer Umgebung erleben? Wäre es nicht normal, traurig zu sein? Wie können wir fröhlich sein, wenn wir versagt haben oder wenn die Einsamkeit uns drückt und wir uns so nutzlos vorkommen? (Lies Hiob 35,10.) Gott spricht sein "Freue dich" nicht ohne Grund: "Denn siehe, ich komme!" Dieses Wort klingt wie die Engelsbotschaft in Bethlehem, als das Dunkel plötzlich aufgerissen wurde (Jes.8,21; 9,1): "Siehe, ich verkündige euch große Freude ... Euch ist heute der Heiland geboren." Das Sacharjawort ist noch Verheißung, das Engelwort ist schon erfüllt: Gott ist gekommen, ist Mensch geworden, um uns die "große Freude" erfahren zu lassen. Der Heiland ist da und will täglich in meine Situationen hineinkommen, seine Liebe und Macht entfalten, und er wird wiederkommen. Deshalb ist unsere Freude begründet. Vielleicht machen wir es uns zu wenig bewusst, was für Freudenquellen uns in Jesus erschlossen sind. Die herrlichste Botschaft nützt uns nichts, wenn wir sie nicht im Glauben annehmen. Im Hebräerbrief lesen wir von Menschen, denen das Wort nicht half, "weil sie nicht glaubten, als sie es hörten". "Gott, der seinen eingeborenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle hingegeben hat - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?" "Freuet euch - durch Jesus seid ihr reich gemacht in allen Stücken" (1.Kor.1,4.5; lies Röm.3,23-25; 5,1.2; 8,1.2; Eph.1,3-8; 2,4-7.13.14 u.v.a.).
Dienstag,3.April Matthäus 18,11; 20,28; Lukas 19,10.
"Siehe, ich komme!" In den Evangelien haben wir klare Worte Jesu, die uns über Zweck und Ziel seines Kommens aufklären: "Des Menschen Sohn ist gekommen, dass er sein Leben gebe zu einer Erlösung für viele." Erlösung bedeutet Befreiung aus der Macht der Sünde. Das entlastet ein Leben und macht froh. Als der gute Hirte spricht Jesus: "Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben, Leben im Überfluss." Unser Leben soll reich und erfüllt sein in Gott, das heißt, keinen inneren Mangel haben, sondern geben können. "Mein Becher fließt über", sagte David. An die Gemeinde in Kolossä schreibt Paulus: "In Christus liegen verborgen alle Schätze... Ihr habt alles völlig in ihm" (Kol.2,3.9.10). Jesus sagte auch: "Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe." Finsternis lässt verkümmern. Licht aber schafft Wärme und ermöglicht Wachstum. (Lies Joh.8,12; 12,35.36.46.) "Christus ist in die Welt gekommen, Sünder selig zu machen." Seligkeit ist der höchste Ausdruck für Freude und Glück. Schuldige, Verlorene, Sünder sind Menschen ohne Hoffnung, aber in Jesus können sie den einmaligen Weg zur Freude beschreiten. (Lies Ps.32,1-5.) Was bringt uns Jesu Kommen in unsere Welt? Wir wollen uns einmal Zeit zum Nachdenken und zum Danken nehmen, damit es uns nicht selbstverständlich wird, dass wir Vergebung der Sünde haben, Versöhnung mit Gott erleben können, ebenso die Trennung vom Bösen. Außerdem haben wir durch Jesus Christus Hoffnung für die Zukunft, eine ewige Heimat im Himmel. Wir können lieben statt hassen, mit Gottes Hilfe den Sieg über den Egoismus gewinnen. Kann unser Herz diese Fülle von Freude überhaupt fassen? Unser himmlischer Vater "verwöhnt" uns geradezu mit Freude, wir jedoch merken es oft nicht, sind undankbar und verdrossen. (Lies Kol.1,12-23; Eph.2,17-19; 1.Petr.1,3-5.)
Mittwoch,4.April Micha 7,8-10; Psalm 57,3.4.
Der Prophet Micha bekam die schwere Aufgabe, ein dunkles Bild seines Volkes zu malen. Doch er verzagt nicht, sondern nimmt den Glaubensstandpunkt ein: "Ich aber will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören. Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Wenn ich darniederliege, so werde ich doch wieder aufstehen." Micha ging mit seinen Feinden in rechter Weise um. Wir können uns an seinem Glaubensmut stärken, denn Feinde gibt es auch heute. Immer wieder versuchen sie zu stören. Sie können es nicht ertragen, wenn wir bewusst mit dem Herrn und in der Freude an ihm durch unsere Tage gehen. Paulus sah auch unter den Christen in Korinth Feinde am Werk, als er ihnen schrieb: "Ich fürchte aber, es könnten, wie die Schlange Eva mit ihrer List verführte, so auch eure Gedanken verdorben und von der Einfalt gegen Christus abgelenkt werden" (2.Kor.11,3). Die Gedanken sind die Brunnenstube unseres Lebens. Womit wir uns beschäftigen, das sind wir - das weiß der Feind sehr wohl. Besonders wenn wir beten und auf Gottes Stimme hören wollen, ist der Feind zur Stelle wie damals bei Daniel. "Plötzlich stürmten sie herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott." (Lies Dan.6,4-11.) "Der Umgang mit dem Herrn bringt frischen Zugwind aus der Ewigkeit für das Feuer unseres Glaubens. Es ist das Rückgrat unseres Glaubens. Dazu ist Übung nötig. Das Leben mit Gott kommt nicht von selbst. Aber hier ist auch das Gebiet, wo der Kampf am schlimmsten entbrennt. Der Feind will verhindern, dass wir bleibende Gemeinschaft mit dem Herrn haben, in immer neuer Hingabe an ihn leben" (P.Humburg). (Lies Ps.27,13.14; 42,12; 55,17-20.23.)
Donnerstag,5.April Psalm 63,1-9; Hebräer 4,16.
"Freue dich nicht über mich, meine Feindin!" Paul Humburg fährt fort: "Wir sind oft zerstreut, und darüber wird das Gebetsleben vernachlässigt. Der Feind stellt uns diesen Umgang mit Gott als lästig, als am ehesten entbehrlich dar. Auch Kinder Gottes werden immer wieder einen Grund finden gegen dieses Stillesein vor Gott, das doch, wenn wir uns erst dazu durchgerungen haben, unsere tiefste und seligste Freude ist. 'Du zeigst mir den Weg zum Leben. Deine Nähe erfüllt mich mit Freude; aus deiner Hand kommt ewiges Glück. Fülle von Freude ist vor deinem Angesicht' (Ps.16,11). Wir müssen uns jeden Tag die Stille für unser Gebetsleben erobern. Daniel betete dreimal. Wichtig ist besonders die Morgenstunde. Ist der Anbruch des Tages heilig, so ist der ganze Tag heilig! Morgens in der Frühe wurde das Manna gesammelt. (Lies 2.Mose 16,7.8.12-15.21; Ps.46,6.) Der Tag liegt vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt. Herr, schreibe du darauf die ersten Buchstaben! ... Sollen wir nicht, wenn wir in der Frühe erwachen und die Sorgen wie große Wasserwogen auf uns zurauschen, zuerst den Blick auf den Herrn richten und das Gebet der Emmausjünger für uns so umwandeln: 'Herr, bleibe bei uns, denn es will Tag werden!'?" - Lasst uns in den Tag gehen mit der Freude, dass Gott gesagt hat: "Siehe, ich komme und will bei dir wohnen!" Ohne ihn wäre für manchen von uns kein Lebensmut, keine Lebenskraft. Aber das ist eine unbestreitbare Tatsache: Jesus ist gekommen, und damit haben wir die Möglichkeit zum Vertrauen, zum Erfahren seiner Hilfe und zur Freude. "Ich will mich freuen und in dir frohlocken, ich will deinen Namen besingen, du Höchster, - darüber, dass meine Feinde zurückweichen, dass sie fallen und umkommen vor deinem Angesicht" (Ps.9,3.4; lies Ps.5,12; 89,16.17; Röm.15,13).
Freitag,6.April Micha 7,8; Psalm 43,3.4.
Könnte es sein, dass wir unter Freudlosigkeit leiden? Der Feind kennt Mittel gegen die Freude und versucht sie gezielt einzusetzen. Angst frisst die Freude auf. Haben wir Angst vor einer Aufgabe, einer Begegnung, vor Arbeitslosigkeit oder einem Verlust? Glaubensloses Sorgen bedrückt und lässt der Freude keinen Raum. "Kann Gott einen Tisch bereiten in der Wüste? Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen. Kann er aber auch das Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?" Ja, damals hat Gott geholfen, aber heute? Gefährlich sind Zweifelsfragen wie diese: "Kann Gott?" (Lies Ps.78,19-22; Hiob 5,8.9; Jer.33,2.3; Phil.4,19.) Das Leben in einer Sünde und das schlechte Gewissen nehmen die Freude aus unserem Leben. Unser Gemüt wird verdunkelt. Darum: Wenn uns etwas bedrückt, wollen wir zum Herrn umkehren. Lass dir vergeben, gib heraus und bekenne offen, was dein Leben verdüstert. (Lies Ps.51,3-6.12-14.) Auch Probleme, die wir untereinander haben, können die Freude am Herrn vernichten. Wiederum ist es der Feind, wenn einer den anderen übertreffen will oder man übereinander redet und das Vertrauen untergräbt. Dem allem setzt der Herr ein Ende, indem er spricht: "Siehe, ich will bei dir wohnen." Nicht nur kurz und vorübergehend besucht uns der Herr. Er nimmt Wohnung bei uns nach seinem Wort: "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" (Joh.14,23). Dass der Vater und Jesus durch den Heiligen Geist in uns wohnen, das wirkt eine heilige Gemeinschaft in uns. Ich bin nicht ein einsames Ich - "bei" mir und "in" mir wohnt Gott! Dieses Geheimnis ist groß. Wenn ich es will und es glaubend begehre, wohnt Jesus in mir. Das ist die Freude aller Freuden. (Lies Röm.8,10; Gal.2,19.20; Eph.3,17-19.)
Samstag,7.April 1.Korinther 3,16.17; 2.Korinther 6,16.
"Freue dich und sei fröhlich, ich komme und will bei dir wohnen." "Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? ... Was hat der Tempel Gottes gemein mit Götzen?" Im Tempel Gottes haben Götzen keinen Raum. "Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben." (Lies Joh.2,13-16; Hes.14,1-8; 1.Kor.6,19.20.) In der Herrlichkeit wird Gottes Wohnung unter den Menschen sein: "Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und er wird bei ihnen wohnen... er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen" (Offb.21,3-5). Schon jetzt ist es bei Glaubenden so, dass sie Gottes Wohnung sind. Paulus erlebte es unter Schmerzen und Schwierigkeiten, dass die Kraft Christi bei ihm wohnte: "Darum will ich mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, auf dass die Kraft Christi in mir wohne." Schwäche empfinden wir meistens als bedrückend. Aber unsere Schwäche soll ausgetauscht und verwandelt werden in die Kraft des Herrn. Wir sollten es üben, uns unserer Schwachheit zu rühmen, dann könnten wir die Erfahrung machen: Gott schenkt Kraft und Freude. Lassen wir uns die Freude nicht nehmen. Paulus betete für die Leser des Epheserbriefs um die Verwirklichung, "dass Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen und ihr in der Liebe eingewurzelt werdet". Wenn Jesus in unseren Herzen wohnt, wir in seiner Liebe gewurzelt sind, können wir von seiner Liebe auch anderen weitergeben. (Lies 2.Kor.5,14.15; 1.Joh.4,16.19.) Nur weil Jesus zu uns gekommen ist und mit dem Vater in uns Wohnung genommen hat durch den Heiligen Geist, können wir der Aufforderung nachkommen: "Freue dich und sei fröhlich, denn ich komme und will bei dir wohnen!" (Lies Ps.92,1-5; 97,11.12; Jes.12,3-6.)
Sonntag,8.April 1.Petrus 1,11; Johannes 12,1-11.
Petrus schreibt, dass "die Propheten forschten, worauf oder auf was für eine Zeit der Geist Christi hindeutete, der in ihnen war und zuvor bezeugte die Leiden, die über Christus kommen sollten". Ist es nicht erstaunlich, dass der Geist Christi schon in den Propheten wirkte und das Verständnis für Jesu Leiden vorbereitete? Dabei denken wir an Mose, der Israel den Weg zur Gemeinschaft mit Gott zeigen konnte: den Weg des Opfers (2.Mose 12,13; 3.Mose 17,11; Hebr.9,22). Wir denken auch an David, der in Psalm 22 die Leiden Jesu am Kreuz beschrieb. Jesaja sprach von dem Knecht des Herrn, auf dem "die Strafe zu unserem Frieden lag" (Jes.53,2-5). Zu den verwirrten Emmausjüngern sagte Jesus: "Musste nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen in der ganzen Schrift aus, was darin von ihm gesagt war" (Luk.24,25-27). Jesus konnte seinen Auftrag nicht anders als nur durch Leiden und nur im Leiden erfüllen. Sein Leben auf Erden war eine Zeit vieler Leiden. Bis zur Todesstunde am Kreuz musste jeder Augenblick bewusst durchschritten werden. Kein Zögern ist zu sehen und keine Klage zu hören, vielmehr beschritt er den Weg entschlossen, an dessen Ende die menschliche Katastrophe stand. Er hätte ausweichen können, aber "er wandte sein Angesicht stracks nach Jerusalem". Die Samariter ließen ihn deshalb nicht durch die Stadt ziehen. Als seine Jünger sein Recht verteidigen wollten, erlaubte Jesus es ihnen nicht, denn Jesus war bereit, sein Leben zu opfern. Die ihm vom Vater gegebene Vollmacht gebrauchte er nie für sich. Darum erinnerte er die Jünger: "Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu verderben, sondern zu retten" (Luk.9,51-55; lies Joh.3,16.17; 1.Joh.4,9.10; Phil.2,5-8).
Montag,9.April Johannes 12,1.12.13.20-33; Jesaja 53,10-12.
Die Zeit der Gefangennahme und Kreuzigung Jesu kam heran, rückte immer näher. Nur Jesus wusste darum. "Sechs Tage vor Ostern kam Jesus nach Jerusalem... Die Menschen freuten sich, dass Jesus kam." An diesem Tag wandten sich einige Griechen an die Jünger, weil sie Jesus sehen wollten. Bei dieser Begegnung sprach Jesus offen aus, was ihm bevorstand: "Die Zeit ist gekommen, dass des Menschen Sohn verherrlicht wird. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so bringt es viel Frucht." Im Gleichnis vom Sämann hatte Jesus vom ausgestreuten Weizen gesprochen. Nun legte er dieses Bild aus: Er selbst ist das Weizenkorn, das sterben muss. Noch jubelte die Menge Jesus zu, er aber blickte auf die Stunde des Opfers, auf die sein Leben zulief. "Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Nein, darum bin ich in diese Stunde gekommen: Vater, verherrliche deinen Namen!" Jesu Gebet wurde vom Himmel her beantwortet. Wie damals bei der Taufe kam eine Stimme vom Himmel. Die Menge dachte, es habe gedonnert. Doch Jesus deutete ihnen die Stimme: "Jetzt geht das Gericht über die Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen. Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen." Der Tod des Weizenkorns, das heißt, Jesu Leiden und Sterben war in Wirklichkeit die Erhöhung Jesu und die Verherrlichung des Vaters. (Lies Joh.13,31; l7,1.4.5.) Im Leben der Nachfolger Jesu ist es ebenso: Je mehr wir in die "kleinen Tode" einwilligen, je mehr wir Selbstverleugnung üben, desto mehr wird der Vater durch uns verherrlicht. "Ihr seid teuer erkauft, darum preist Gott mit eurem Leibe!" (Lies Joh.15,1.2.8; Röm.15,5-7; Matth.5,16.)
Dienstag,10.April Markus 14,32-42; Psalm 69,2-4.
Als wahrer Mensch und wahrer Gott hatte Jesus nie in eine Sünde eingewilligt. Sein Mensch-Sein aber ließ ihn angesichts des Todes als dem Gericht Gottes über unsere Sünde zutiefst erschauern. "Jesus nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibt hier und wachet! Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, so es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst." Das ist das einzige Mal, dass wir aus dem Mund Jesu die Bitte hören, ihm die Stunde des Grauens zu ersparen. (Lies Ps.38,10-12; 40,9; Phil.2,8.) - In dieser Stunde der abgrundtiefen Angst suchte Jesus die Fürbitte der Jünger. "Doch er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen?" Als Petrus später bekannte, dass er "Zeuge der Leiden Christi" war, wird ihm auch diese Stunde vor Augen gestanden haben. - Im Hebräerbrief lesen wir: "Jesus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte. Und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden..." (Hebr.5,7-9). Jesus wurde erhört. In der Stunde der Todesfurcht kam die Kraft zum Gehorsam. So wurde er der wahre Hohepriester, der retten kann und der für uns betet. (Lies Hebr.2,17.18; 7,24-26; 8,1.)
Mittwoch,11.April Markus 14,41-50; Psalm 55,13-15.
Obwohl Jesus als Herr und Herzenskündiger die Motive des Judas durchschaut hatte, muss ihn die bittere Wahrheit in der Stunde des Verrats erschüttert haben. Einer, der seine Liebe und sein Vertrauen erlebt hatte, wie alle anderen, verriet ihn. Fremde Menschen waren ihm plötzlich näher. "Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot mit mir aß, tritt mich mit Füßen" (Ps.41,10; Joh.13,21). Judas hatte mit den Fremden, die ihn begleiteten, ein Zeichen ausgemacht: "Welchen ich küssen werde, der ist's, den greift und führt ihn sicher hinweg. Und da er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach zu ihm: Rabbi! und küsste ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen?" (Matth.26,47-50). "Mein Freund" - dieses Wort Jesu in einer solchen Stunde! Dass Jesus nicht an sich dachte, nur an den "Freund" - das bewegt uns sehr. War es noch einmal ein Anruf, ein Werben um Judas? "Auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir von ganzem Herzen" (Joel 2,12.13; Hes.33,11). In der Stunde größter Verlassenheit - die Jünger flohen alle - bleibt Jesus entschlossen, sein Leben für seine Freunde und seine Feinde zu geben. Von seiner Macht, Legionen von Engeln zu erbitten, machte er keinen Gebrauch. Die Schrift hätte sich sonst nicht erfüllt, und unsere Rettung wäre unmöglich geworden. An Jesus sehen wir, was Liebe ist. "Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gegeben hat." "Christus hat sich selbst geopfert, um uns von aller Ungerechtigkeit loszukaufen." Was kann uns fester an ihn binden als diese unvergleichliche Liebe! (1.Joh.3,16a; Tit.2,14; lies Joh.10,11; 15,13).
Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden
lass mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden.
Lass mich an deine große Not und deinen herben, bittern Tod,
solang ich lebe, denken.
T.ClausnizerDonnerstag,12.April Johannes 19,16-30; Hebräer 2,9.10.
Vom Garten Gethsemane aus wurde Jesus vor Hannas und Kaiphas gebracht und anschließend vor den Hohen Rat. Für die Juden kam alles darauf an, dass die Verhandlungen schnell abgewickelt wurden und das Todesurteil ausgesprochen war. Wenn man bedenkt, dass Menschen, die das Gesetz Gottes kannten und lehrten, einen Unschuldigen schuldig sprachen, dann erschrickt man darüber. Denn damit stellten sie sich auf die Seite der Gottlosen, von denen das Wort Gottes sagt: "Der Pfad der Gottlosen ist dem Dunkel gleich, sie erkennen nicht, worüber sie straucheln" (Spr.4,14-20). "Gebunden führten sie Jesus hinweg und überlieferten ihn Pontius Pilatus." Nun war der Augenblick gekommen, in dem sich Jesu Voraussage erfüllte, dass der Hohe Rat ihn zum Tod verurteilen und zur Vollstreckung des Urteils "den Heiden" überliefern werde (Matth.20,18.19). Von der Stunde an, als Jesus in die Hände der Römer übergeben wurde, trat er aus der engeren Geschichte Israels heraus, hinein in die Weltgeschichte. So kommt Jesu Leiden und Sterben der ganzen Welt zugut. "Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!" (Joh.1,19; lies Joh.3,16; 4,42b; 1.Tim.2,4-6). Pilatus durchschaute die Motive der jüdischen Obrigkeit und versuchte, Jesus freizugeben. Doch war er selber viel zu sehr in Ungerechtigkeiten verwickelt, sodass er der Forderung des Volkes "Lass ihn kreuzigen" nachgab (Matth.27,15-26). Die Kennzeichnung über dem Kreuz, dass Jesus der König der Juden sei, ließ Pilatus nicht ändern: "Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben" (Joh.19,19-22). Gott lenkte es auf diese Weise, dass über seinem "geliebten Sohn" im Augenblick der tiefsten Erniedrigung das Zeugnis seiner Macht und Größe zu lesen war. Vor aller Welt wurde er als König und Messias bekannt gemacht. (Lies Luk.1,32.33; Offb.1,5b.6; 17,14; 19,16.)
Jesus wird herrschen in aller Welt, wo nur der Sonne Strahl hinfällt.
Sein Reich erstreckt sich von Meer zu Meer, ob auch vergeht der Sterne Heer.
J.HattonKarfreitag,13.April Markus 15,1-38; Jesaja 50,6.
Der Tag der Kreuzigung war da. "Sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! Pilatus aber dachte, dem Volk zu Willen zu sein und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde." Die Stunden des Kreuzesleidens Jesu, zu denen Jesus vom Vater ausgegangen war, sind uns genau überliefert. "Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten... Und um die sechste Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" In den Stunden des Verlassenseins vom Vater, den Stunden des Gerichts um unserer Sünde willen, im tiefsten Leiden, spricht Jesus zum Vater und bittet ihn inständig für die Menschen, die ihn kreuzigten: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (Luk.23,34). Selbst in den Stunden seiner Leiden, die wir ihm verursachten, gab er die Liebe zu uns nie auf. "Denn Christus ist ja zu der Zeit, da wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Röm.5,6-8). Das trug Paulus beständig in seinem Herzen: "Christus hat mich geliebt und sich selbst an meiner Stelle dahingegeben!" (Lies Gal.3,13; 1.Petr.1,18.19; 1.Joh.3,5.)
Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod,
der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot,
in das äußerste Verderben, nur dass ich nicht möchte sterben:
tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür!
Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesamte Not:
für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod;
für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen,
für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein.
E.C.HomburgSamstag,14.April 1.Petrus 2,21-24; Jesaja 53,4-8.
Petrus schreibt den Christen in der Zerstreuung: "Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr seinen Fußtapfen nachfolgen sollt." Fußspuren von Vorangehenden erleichtern es, auf unwegsamen Strecken den Weg zu finden; auf gefährlichen Strecken sind sie lebenswichtig. Als Motive sind Fürsorge und Liebe zu nennen. So bahnte uns Jesus den Weg zur Rettung. Durch Leiden ließ er sich nicht abbringen. Auf dem Weg ließ er sich nicht zum Bösen herausfordern. "Er schalt nicht, da er gescholten ward, er drohte nicht, da er litt... Er hat unsere Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leib auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben möchten; durch seine Wunden seid ihr heil geworden." Sind wir durch Jesus heil geworden? Haben wir neues Leben empfangen? Dann brauchen wir uns nicht zu bösen Reaktionen herausfordern zu lassen, selbst wenn man sich unserem Weg entgegenstellt oder uns aufzuhalten sucht. Auch wir können ein Opfer der Liebe bringen. (Lies Eph.5,1.2; 1.Joh.4,10.11.) Auf keinem anderen Weg konnte die bestehende Kluft zwischen Gott und uns Menschen überbrückt werden als allein durch den Tod Jesu, der uns den Weg zum Vater bahnte. "Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte" (1.Petr.3,18; Joh.14,3). Wie sehr verlangte es Gott nach uns Menschen, dass er das Opfer seines Sohnes brachte. Wie sehr liebte Jesus uns Menschen, dass er den Leidenskelch annahm. Der Gerechte, der Reine litt für die Ungerechten, die Unreinen, die Widerspenstigen! Durch welche Leidenstiefen Jesus ging, werden wir nie ganz erfassen. Aber danken wollen wir ihm, denn er will uns in die Gemeinschaft hineinnehmen, die ihn mit dem Vater verbindet. "Das tat ich für dich - was tust du für mich?" (Lies 2.Kor.5,14.15; Röm.7,4.)
Ostersonntag,15.April Lukas 24,1-7; Matthäus 28,20.
Der Ostermorgen kam, und die Frauen eilten zum Grab, fanden aber nur die Engel, die zu ihnen sprachen: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden." Was wir schon in Psalm 16 lesen: "Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe", hatte sich erfüllt. Die Auferstehung Jesu ist der sichtbar gewordene Triumph über Satan und Sünde, über Welt und Tod. "Der Tod ist verschlungen vom Sieg!" "Jesus hat dem Tod die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht" (1.Kor.15,54; 2.Tim.1,10). Jesus wurde Sieger und ist nunmehr der Garant für ein Leben in Ewigkeit. Dem Tod sind wir nicht mehr hoffnungslos ausgeliefert. Christen sind Menschen mit einer lebendigen Hoffnung.
O Wort des Sieges! Wenn mir der Satan naht, blick ich zum Helden, der ihn zertreten hat.
In Jesu Wunden bin ich erlöst und frei, sein lauter Todesruf ist nun mein Siegesschrei.
Nicht soll mich fesseln mehr des Todes Macht: Es ist vollbracht! Es ist vollbracht!
Dora RappardJesus ist auferstanden, um für immer bei uns zu sein, wie er den Jüngern vor der Himmelfahrt auf dem Berg in Galiläa verhieß: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt." In allen Lebenslagen und bei allen Forderungen unserer Tage haben wir den Beistand unseres auferstandenen Herrn. Seine Nähe kann uns an keinem Ort auf dieser Welt verwehrt werden, ebenso gibt es keinen Tag, an dem er nicht erreichbar wäre. Alle Tage ist Jesus da - an Sonnentagen, an Tagen der Prüfung und an ganz dunklen Tagen. "Meine Gegenwart soll mit dir gehen, und ich will dir Ruhe geben." "Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein... Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht brennen; denn ich bin der Herr, dein Gott, dein Erretter" (2.Mose 33,14; Jes.43,2.3; 2.Tim.4,16-18).
Ostermontag,16.April Markus 16,1-8; 1.Petrus 5,7.
Die vier Evangelisten berichten von verschiedenen Begegnungen, die Menschen nach der Auferstehung mit Jesus hatten. Markus schreibt, dass als Erste drei Frauen Jesus am Ostermorgen begegneten. Traurig und mit ängstlichem Herzen kamen sie zum Grab. Das Geschehen der letzten Tage hatte sie tief betroffen, denn sie hatten Jesus, ihren Herrn und Meister, verloren. Ihm hatten sie ihr ganzes Vertrauen geschenkt, ihn hatten sie auf vielen Wegen begleitet, seine Güte und Barmherzigkeit hatten sie in den unterschiedlichsten Begegnungen miterlebt. Von seinen vollmächtigen Worten und den damit verbundenen Wundern waren sie überwältigt, ihn liebten sie, und auf ihn hatten sie ihre ganze Hoffnung gesetzt. Ausgerechnet er, der Schuldlose, musste Leiden, Hohn und Spott auf sich nehmen und schließlich unschuldig am Kreuz sterben. Nach dem Sabbat führte sie ihr erster Weg an diesem Morgen zum Grab, um Jesus eine letzte Wohltat zu erweisen. Unterwegs machten sie sich große Sorgen, wer ihnen den Stein, der das Grab verschloss, wegwälzen könnte. Für sie war der Stein eine drückende Last, ein wahrer Sorgenstein. Die Frauen wussten um ihre schwache Körperkraft und dass sie den Stein niemals bewegen könnten, um an Jesus heranzukommen. (Lies Jer.32,17.27; 33,2.3; Matth.17,20.) - Ähnlich wie den Frauen mag es uns im Blick auf manche Schwierigkeit, die vor uns liegt, gehen. Wie eine Zentnerlast kann sich die Not auf uns legen. Lasten, welcher Art sie auch sein mögen und wie schwer sie auch wiegen - sie sollen uns nicht niederdrücken. Jesus lebt! Für ihn sind Felsbrocken eine Kleinigkeit! Hudson Taylor schrieb: "Lasst uns alle Lasten, wie zahlreich und schwer sie auch sind, auf unseren allmächtigen, allweisen und liebenden Vater werfen, sie sind für ihn wie Federn!" (Lies Ps.68,20; 55,23; 37,5; 81,7; Phil.4,6.7.)
Dienstag,17.April Markus 16,1-4; Römer 3,23-26.
Der Stein - eine Scheidewand! Der Felsbrocken vor dem Grab war für die Frauen nicht nur eine Last, die über ihre Kräfte ging, er war wie eine Scheidewand, die sie von Jesus trennte. Wie ein unüberwindbares Hindernis lag er zwischen ihnen und Jesus. Dieses Steines wegen konnten sie nicht zum Heiland kommen. Geht es nicht manchen Menschen unserer Zeit ebenso? Sie möchten zu Jesus kommen und seinem Wort glauben. Sie sehnen sich nach Heil und Vergebung von Schuld, nach einem Neuanfang und tiefem Herzensfrieden. Mit Recht empfinden sie eine Trennwand zwischen sich und Jesus. Jesaja beschreibt diese Scheidewand: "Eure Schuld scheidet euch von Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch." (Lies Jes.59,1.2; 5.Mose 31,18; Jos.7,10.11; Micha 3,4.) Bei manchem steht nicht nur ein Felsbrocken im Weg, sondern ein Berg von Schuld und Sünde, der ihn von Jesus trennt. Die Osterbotschaft lautet: Gott, der Vater, hat das Opfer Jesu, seinen Tod am Kreuz, als Lösegeld für unsere Schuld angenommen. Damit ist die trennende Wand zwischen Gott und uns niedergerissen. Der Gemeinde in Kolossä teilte Paulus diese herrliche Tatsache mit: "Gott hat euch mit Christus in Verbindung gebracht und dadurch zu einem ganz neuen Leben erweckt, indem er euch gleichzeitig all eure Schuld vergeben hat. Er hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, eingelöst und auf ewig vernichtet, indem er ihn ans Kreuz nagelte" (Kol.2,13.14). Seit Karfreitag und Ostern ist die trennende Wand durchbrochen. Als Glaubende können wir bezeugen:
In deines Grabes Staube liegt unsre Schuld bedeckt,
und froh bekennt der Glaube, dass uns kein Fels mehr schreckt.
Auch kann uns nichts mehr scheiden von deiner Liebe, Herr,
nicht Not, nicht Kampf, nicht Leiden. O dir sei Preis und Ehr!
J.A.von PoseckMittwoch,18.April Matthäus 27,62-28,2; 1.Korinther 15,54.55.57.
Der Stein - ein Siegeszeichen! Die Machthaber jener Tage ließen den Stein vor dem Grab Jesu versiegeln. Sie stellten auch Wachen auf, denn merkwürdigerweise erinnerten sie sich genau an Jesu Worte: "Ich werde nach drei Tagen auferstehen." Der Aufmarsch der Feinde zeigte, dass sie meinten, über den Tod Jesu triumphieren zu können, als ob nun endgültig der Sieg über den Sohn Gottes errungen sei. Der tote Jesus im versiegelten Grab konnte keinem mehr schaden, die Jesus-Bewegung schien erledigt. Der ins Wanken geratene Einfluss der Hohenpriester und Pharisäer konnte wieder auf das Volk ausgeübt werden, so schien es zumindest am Sabbat. Doch wie anders brach der Ostermorgen an! Die zur Schau getragene Überheblichkeit brach in einem Augenblick vor der göttlichen Allmacht zusammen. Alle menschlichen Anstrengungen konnten Gott nicht hindern, sein Werk durchzuführen und das versiegelte Grab aufzusprengen. Der weggewälzte Stein war Zeuge der Auferstehung und wurde zum Siegeszeichen: Jesus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Diese Gewissheit soll auch uns aus aller ängstlichen Verzagtheit herausholen und in Jesu Sieg hineinnehmen. (Lies 2.Kor.2,14; 1.Joh.5,4; Röm.8,37.) Matthäus berichtet über die Öffnung der Grabestür: "Plötzlich begann die Erde zu beben, und der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz, und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachposten stürzten vor Schrecken zu Boden und blieben wie tot liegen." "Was sind die Truppen dieser Welt vor dem blitzenden Strahl eines einzigen Engels. Nicht ein Wort braucht es, um sie auszuschalten" (G.Maier). Als Nachfolger unseres Herrn sollten wir viel weniger Angst vor den Mächten dieser Welt haben und mit Martin Luther sprechen:
Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nichts;
das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen.
Donnerstag,19.April Matthäus 28,5-10; Jesaja 54,7.8.
Für die ängstlichen, erschrockenen Frauen hatte der Engel ein mutmachendes Wort. Es ist das gleiche Wort, das schon die erschrockenen Hirten auf den Feldern Bethlehems hörten: "Fürchtet euch nicht!" Diesen Zuspruch brauchten die Frauen in besonderer Weise. Der Engel wusste, dass sie Jesus, den Gekreuzigten, suchten. Wie sehr konnte die Angst die Frauen lähmen, sodass sie nicht an die Worte Jesu dachten. Aber die Botschaft des Engels riss sie aus aller Ungewissheit: "Jesus ist nicht hier, er ist auferstanden!" Wie eine Siegesfanfare aus der himmlischen Welt müssen diese Worte in ihren Ohren geklungen haben.
Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden!
Dem Tode ist die Macht genommen! Jesus ist der Herr!
Wir brauchen nicht leeren Worten zu glauben.
So wie er gesagt hat, ist es geschehn.
Nun ist er der Sieger, der Fürst allen Lebens!
Wenn er ruft, werden wir auferstehn...
(G.Schnitter).Wir können wohl kaum ahnen, was der Auftrag des Engels den Frauen bedeutete: "Geht zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist." Auf der einen Seite war Angst, auf der anderen große Freude. Aber sie gehorchten und verließen eilend das Grab. Ihnen war klar geworden, dass die Jünger so schnell wie möglich die Freudenbotschaft hören sollten. Denn Jesu Liebe und Treue gilt in erster Linie seinen Jüngern, seinen berufenen Dienern. Mit der Nachricht, dass ihr Herr auferstanden war, verband der Engel einen genauen Hinweis, damit die Jünger von der Wahrheit der Botschaft überzeugt wurden: "Siehe, er geht vor euch her nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen." So wurden Trauer und Schmerz und Scham überwunden, dass sie alle Jesus verlassen hatten. Ihr Herr hatte sich nicht von ihnen abgewandt. Überall verkündigten sie später: "Gott hat Jesus von den Toten auferstehen lassen. Das können wir bezeugen." (Lies Jes.57,14-18; Klagel.3,31-33; Ps.103,8-13.)
Freitag,20.April Lukas 24,13-35; Matthäus 16,21.
Zwei enttäuschte, traurige Jünger unterwegs
Wie gut können wir die beiden Jünger verstehen, deren Lebensideal zerbrochen war, die nur noch vor ungelösten Fragen standen und mit zerstörten Hoffnungen fertig werden mussten. Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen, als sie Jesus begegneten und er sie in die Nachfolge rief. Er hatte ihrem Leben Sinn und eine neue Ausrichtung gegeben. In Worten und Taten hatte er "seine Macht erwiesen", und sie hatten "gehofft, er werde Israel erlösen" (V.19.21). Keine Hoffnung und kein Ziel zu haben, wofür es sich zu leben lohnt, ist schon schwer. Aber noch schwerer ist es, wenn eine Hoffnung von einem Tag auf den anderen zerbricht, weil der Hoffnungsträger stirbt, auf den man alles setzte. So war es diesen Männern ergangen. Deshalb sahen sie keinen anderen Weg, als in ihr altes Leben zurückzukehren. (Lies Spr.14,12; Ps.86,11.) "Als sie sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus." Obwohl er direkt zu ihnen trat, erkannten sie ihn nicht. Es ist erstaunlich, dass sie mit einem Fremden über alles für sie Unfassbare redeten und die Enttäuschung, die ihr Herz füllte, offen vor ihm aussprachen: die Frauen seien am Grab gewesen, hätten aber den Leib Jesu nicht gefunden und von den Engeln erfahren, dass ihr Herr lebte. Die Botschaft der Auferstehung hatten sie gehört, aber noch waren ihre Herzen verdüstert, das Licht der Auferstehung leuchtete ihnen noch nicht. Wie hinter dicken Wolken aus Mutlosigkeit und Verzagtheit blieb es verborgen. (Vgl.Mark.16,9-11; 2.Kor.4,4.) Als der Unbekannte die Schrift auslegte, in der schon bei den Propheten von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung berichtet wird, da ging ihnen das Herz auf. Als sie ihn erkannten, schwanden Mutlosigkeit und Müdigkeit, sie machten sich auf den Weg, um mit den anderen Jüngern die Freude zu teilen, "dass Jesus mit ihnen geredet und ihnen die Schrift geöffnet hatte". (Lies Ps.94,19; Röm.15,4; 2.Tim.3,16.17.)
Samstag,21.April Lukas 24,33-49; Johannes 20,19-24.
Als die beiden Männer nach Jerusalem zurückkehrten, erfuhren sie dort vom Erleben des Petrus: "Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Petrus erschienen." Wie unfassbar groß war es und wie barmherzig, dass Jesus an seinem Auferstehungstag dem Petrus persönlich erschien! Was bei dieser Begegnung geschah, davon erfahren wir nichts. Aber wir wissen, dass sich Petrus am Osterabend im Jüngerkreis befand. Er durfte wieder dazugehören, weil Jesus ihm vergeben hatte. (Lies 1.Kor.15,3-5; 1.Joh.3,5; Ps.103,10; Micha 7,18.) "Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!" Das war das Thema, das alle beschäftigte. "Als sie davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!" Dieser Gruß ihres auferstandenen Herrn verwandelte die Gesamtlage, und aus Verzweiflung und Angst wurde Friede und Freude. "Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden." Die Jünger erlebten, was Paulus später der Gemeinde in Philippi wünschte, den "Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft" (Phil.4,7; lies Joh.14,27; Jes.54,10; 26,12). Jesu Worte haben noch dieselbe Kraft, sie schaffen Veränderung, sie heben heraus aus Dunkelheit, trösten und richten auf. Seine Worte haben heilende Wirkung, sie zeigen neue Wege, ermutigen zu neuen Schritten, bringen Hoffnung, Friede und Freude. Das erfuhren die Frauen am Ostermorgen, das erlebten die Emmausjünger; Petrus und die übrigen Jünger konnten ebenfalls bezeugen, was wir im Psalm finden: "Ich hatte viel Kummer, viele unruhige Gedanken in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele" (Ps.94,19). "Gott, der die Niedrigen tröstet, tröstete auch uns." Wir wollen füreinander beten: "Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes" (Röm.15,13; 2.Thess.2,16.17).
Sonntag,22.April Johannes 20,24-31; Psalm 103,13.14.
Thomas, auch einer der Zwölf, war nicht bei den Jüngern, als Jesus kam. Da sagten sie zu ihm: "Wir haben den Herrn gesehen..." Diese herrliche Botschaft konnte Thomas nicht ohne weiteres glauben. Er brauchte einen Beweis, denn Glauben und Unglauben kämpften in ihm. Wohl konnten die anderen Jünger die Botschaft von der Auferstehung zuerst ebenso wenig glauben (Luk.24,11). Darin unterschieden sie sich nicht von Thomas. Aber Thomas entfernte sich aus der Gemeinschaft. Er trauerte nicht nur, er isolierte sich durch Unglauben und Zweifel, sodass er nicht da war, als Jesus "durch die verschlossenen Türen" zu den Jüngern trat. Als er die Freude sah und vom Erleben der Jünger hörte, beharrte er im Trotz und in der Traurigkeit, die Auferstehungsfreude erreichte ihn nicht. Kennen wir eine solche Haltung? "Jesus sprach zu Marta: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glauben würdest, dann würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?" (Joh.11,40; lies Jes.50,10; Klagel.3,21.22). Aber Thomas kehrte wieder in den Jüngerkreis zurück: "Nach acht Tagen ... kam Jesus zu ihnen ... Und er sprach zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig." Thomas erkannte, dass Jesus seine verzweifelten Worte gehört hatte (Ps.139,1-4). Über das tiefe Erbarmen und die persönliche Liebe Jesu zu ihm konnte er nur staunen. Anstatt ihn abzuschieben, kam Jesus ihm entgegen. "Er geht auf seine besonders schwere und komplizierte Art und auf seine Schwierigkeiten geduldig ein. Wie verschieden die Jünger auch waren, er behandelte sie individuell. Thomas, der einen 'handgreiflichen Beweis' brauchte, schalt er nicht, sondern begegnete ihm in Liebe" (W.Lüthi). Jesu Seelsorge überwand Thomas. Auf seine Anrede konnte er nur antworten: "Mein Herr und mein Gott!" (Lies Hiob 33,27.28; Ps.18,2.3.29.)
Montag,23.April Johannes 21,1-17; Psalm 37,5.7a.
Die Frauen hatten den Jüngern ausgerichtet, dass Jesus sie in Galiläa treffen wollte. Nun warteten sie auf die Erfüllung seines Versprechens. Aber warten fällt uns meistens schwer. "Ich will fischen gehen", sagte Simon Petrus. Was trieb ihn dazu? Wurde ihm die Zeit des Nichtstuns zu lang? "Die anderen gingen mit. In jener Nacht fingen sie nichts." Vielleicht erinnerte sich Petrus an die ähnliche Erfahrung vor seiner Berufung. (Lies Luk.5,1-11; Ps.27,14; Hab.2,3.) "Wie oft gleicht unser Leben einer fruchtlosen Nacht. Wie viele Dinge beschäftigen uns, und doch kommt es auf den Einen, auf Jesus, an. 'Ohne mich könnt ihr nichts tun!' Ja, ohne ihn bleiben die Jünger unversorgt, ohne ihn werden sie keine Menschenfischer" (G.Maier). Auch diesmal nach seiner Auferstehung gab der Herr seinen Jüngern eine Chance: "Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden." Wie Jesus es ihnen sagte, so handelten sie. Mit einer reichen Beute kehrten sie zurück. Am Ufer empfing der Herr sie nicht mit einem Tadel, weil sie ohne ihn und ohne seine Weisung hinausgefahren waren. Im Gegenteil: Das Kohlenfeuer brannte bereits, Fische und Brot lagen darauf, um die Jünger mit einem warmen Essen zu stärken. So sorgt Jesus für die Seinen, die im Dienst für ihn stehen. (Lies Ps.145,18.19; Matth.6,31-34.) Nach dem Frühstück wandte sich Jesus mit einer sehr persönlichen Frage - und doch vor den Ohren der anderen - an Petrus: "Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?" Diese Frage richtete Jesus dreimal an ihn. Dem dreimaligen Verleugnen wurde die dreimalige Prüfung nicht erspart. Der klaren Beauftragung Jesu "Weide meine Schafe" musste die Buße als notwendiger Schritt vorausgehen. (Lies 2.Chron.7,14; Jes.2,5; 54,7.8; 1.Petr.5,1-4.)
Dienstag,24.April Matthäus 28,18-20; Apostelgeschichte 1,8.
Zur letzten Begegnung mit dem Auferstandenen trafen sich die elf Jünger in Galiläa auf dem Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. "Als sie ihn dort sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten... Da ging Jesus auf seine Jünger zu und sprach: Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker... Und siehe, ich bin bei euch alle Tage." In allen Begegnungen nach der Auferstehung geht es um den Auftrag Jesu an seine Jünger: Zeugen in der weiten Welt zu sein, damit Menschen, die das Heil nicht kennen, die frohe Botschaft von der Rettung hören. Darauf bereitete Jesus seine Jünger vor, dazu wollte er sie befähigen. "Elf Männern wurde damals dieser Befehl erteilt. Sie aber sind die Vertreter aller kommenden Generationen. Jesu Auftrag ist auch in seiner Zielsetzung universal. Die Jünger Jesu sollen nicht nur evangelisieren, sondern in allen Nationen Menschen zu Jüngern machen, sie sollen alles lehren, was Jesus ihnen aufgetragen hat. Wer in seinem Namen geht, wird von ihm bevollmächtigt und steht unter seinem Schutz" (O.Sanders). "Geht hin..." Er will auch, dass wir hingehen; er will nicht, dass wir warten, bis jemand kommt und wir gefragt werden. "Geht hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötigt sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde" (Luk.14,23; lies Apg.4,33; 5,20.28-33). Der Herr sendet uns in unsere Familien, zu unseren Nachbarn, zu den Mitschülern und an unseren Arbeitsplatz. Nutze die Gelegenheit, die sich dir bietet, um deine Umgebung mit Jesus bekannt zu machen. Eine junge Frau, die zum Glauben gekommen war, wurde von Arbeitskollegen gefragt: "Wer ist der Erwählte?" Wie kamen sie zu solch einer Frage? Sie hatte sich nach ihrer Bekehrung verändert und strahlte Freude aus. Nun hatte sie eine gute Gelegenheit und erzählte von dem, der sie erwählt und zu sich gezogen hatte. (Lies 2.Tim.1,7.9.10; Kol.4,5.6; 1.Petr.3,15.)
Mittwoch,25.April Philipper 1,18-21; Psalm 71,23.24a.
Der vorige Abschnitt im Philipperbrief schloss damit, dass Paulus im Vertrauen auf Jesus Christus, seinen Herrn, eine tiefe Gelassenheit erfuhr (Phil.1,12-18a). Er blieb nicht bei den unlauteren Motiven seiner Widersacher stehen. Ihm war nur eines wichtig, dass das Evangelium verkündigt wurde. Darum gab er sich nicht verletzt und klagte auch nicht an, sondern schrieb: Ich freue mich darüber, wenn nur Christus verkündigt wird. Welche Liebe und welch grenzenloses Vertrauen in die Führung Jesu, der auch die verfahrenste Situation dazu benützen kann, dass Menschen mit der frohmachenden und befreienden Botschaft des Evangeliums erreicht werden! (Lies Röm.12,21; 2.Tim.2,14.24.) In dieser Herzenshaltung konnte Paulus aus dem Gefängnis in Rom schreiben: Aber ich werde mich auch weiterhin freuen. Mit dem kleinen Wörtchen "aber" zeigt Paulus seine Entschlossenheit, dass er trotz aller Opposition, trotz allen Leids, das ihm zugefügt wurde, sein Leben in der Gemeinschaft mit Jesus leben will und sich die Freude an ihm durch nichts rauben lässt. "Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun" (Ps.73,28; 65,5; Klagel.3,25.26). So entschieden sich auch schon andere, die durch Vergebung und Hinkehr zu Gott die Erneuerung ihres Lebens erfuhren. Das neu geschenkte Leben wirkt Freude und Dank und vertieft die Liebe zum Herrn, sodass der Kampf des Glaubens bestanden wird. Lasst uns ablegen, was uns im Kampf behindert, vor allem die Sünde, die uns immer wieder fesseln will, und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Schaut ihn an, der einst auf Erden so starken Widerspruch vonseiten der Sünder ertragen musste, damit ihr nicht matt werdet und den Mut sinken lasst" (Hebr.12,1b-3).
Donnerstag,26.April Philipper 1,18-21; Psalm 118,14-17.
Für die große Freude, die Paulus erfüllte, nennt er drei Gründe. Der erste Grund liegt in der Gewissheit: "Denn ich weiß, dass mir dies alles zum Heil ausgehen wird" (V.19). Dabei wartete er auf den Prozess. Er konnte nicht mit einem Freispruch rechnen, vielmehr lebte er in der Ungewissheit, wie sein Prozess ausgehen würde. Dennoch blieb er voller Zuversicht, dass Gottes Plan mit ihm persönlich zur Erfüllung kam, ihm zum Besten. So konnte er getrost dem Urteil der römischen Machthaber entgegensehen. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? (Lies Ps.27,1-5; Jes.12,1.2; 25,9.) Von Paulus wollen wir lernen, in den Herausforderungen und Schwierigkeiten, in allem, was uns bedrängt und belastet, den Blick auf Jesus zu richten und daran festzuhalten, dass er über unserem Leben wacht und weiß, was "zu unserem Heil" dient. Aus diesem Wissen schöpfte Paulus Hoffnung, sodass er nicht pessimistisch in die Zukunft blickte. Er wollte sich freuen, selbst wenn die augenblicklichen Umstände die Freude zu zerstören suchten. Im weiteren Verlauf seines Briefes an die Philipper betont er nachdrücklich: Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch, freut euch (Phil.3,1; 4,4.5). Paulus war realistisch genug, zu wissen, wie sehr er das Gebet, die Fürbitte der Gemeinde brauchte, um nicht zu verzagen und um Segen aus dieser schweren Zeit zu gewinnen. Der Gebetsrückhalt der Gemeinde trug ihn, und der Beistand des Heiligen Geistes stärkte ihn. Denn die Aufgabe des Heiligen Geistes ist es ja, zu trösten, zu leiten und in das Geheimnis bleibender Freude hineinzuführen. (Lies Joh.14,16.26; 16,13.14.) Bleibende Freude gibt es nur in Jesus. Paulus erlebte sie, und uns kann sie ebenfalls auf dunklen Wegstrecken erhalten bleiben.
Freitag,27.April Philipper 1,20.21; Johannes 3,30.
Den zweiten Grund zur Freude verband Paulus mit einem Wunsch, denn er rechnete mit Gottes Handeln in seinem Leben: Dass Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod (V.20). Haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht, wie wir Christus mit unserem Leben verherrlichen können? Wörtlich heißt "verherrlichen" groß machen. Für Paulus war es größte Freude, anderen den Blick für Jesu Größe, für seine Macht und Herrlichkeit zu öffnen. Immer stand ihm die Begegnung mit dem Herrn vor den Toren von Damaskus und die erfahrene Vergebung vor Augen, die sein Leben völlig verändert hatte. Der Gemeinde in Ephesus bezeugt er, was uns in Jesus Christus geschenkt wurde: "In ihm hat er uns erwählt, hat er uns dazu bestimmt, seine Kinder zu sein... In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade... In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt und haben seinen Heiligen Geist empfangen." (Lies Eph.1,3-12.) Wenn wir diese wunderbaren Eigenschaften in unserem Herzen festhalten, werden wir auch in dunklen Tagen getröstet und fröhlich unsere Wege zu Gottes Ehre gehen können. (Lies Ps.16,8.9; 35,9.) "Dass Christus verherrlicht werde an meinem Leibe", damit ist unser gelebter Alltag gemeint. Das kann bedeuten, dass ich eine Ungerechtigkeit oder Unangenehmes still übernehme, auch wenn es mich aufregt und mir gar nicht passt. Es kann auch bedeuten, dass ich zurücktrete und dem andern den ersten Platz einräume, still bin, nachgebe anstatt auf meinem Recht zu beharren, damit Frieden wird. "Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf... Seid ein lebendiges, heiliges Opfer, das Gott gefällt. Einen solchen Gottesdienst erwartet er von euch" (Röm.12,1.2; Apg.20,24; 1.Kor.6,19.20; Gal.5,25.26; 6,14).
Samstag,28.April Philipper 1,20.21; 2.Thessalonicher 1,11.12.
Der dritte und tiefste Grund seiner Freude bestand für Paulus in der völligen Übereinstimmung mit seinem Herrn: "Christus ist mein Leben! Am Leben bleiben heißt für mich, für Christus da sein!" So kann nur sprechen, wer sich in Liebe hingibt. Ist unser Leben so in Jesu Liebe verwurzelt, dass wir diese Worte nachsprechen können? Oder schrecken wir noch davor zurück, weil wir die Hingabe als Einengung unseres Lebens ansehen? Ist Christus der Inhalt unseres Lebens oder hat anderes seinen Platz eingenommen? Vielleicht das eigene Können, die berufliche Karriere, ein Hobby? Ein Student äußerte sich auf die Frage nach seiner Beziehung zu Jesus Christus: "Ich möchte noch etwas vom Leben haben." Sein Gegenüber antwortete ihm: "Nur etwas vom Leben haben, das wäre mir zu wenig. Ich möchte das Leben haben." Wir sollten uns nicht mit weniger in unserem Leben begnügen. Jesus allein, unser Schöpfer und Erlöser, ist das Leben. Darum möchte er uns an seinem Leben teilhaben lassen: "Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben, Leben im Überfluss!" (Joh.10,10; lies Ps.16,11; 36,8-10). Von der Lebenserfüllung, die Paulus in Jesus fand, schreibt er immer wieder: "In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr habt alles völlig in ihm!" "Er soll in allen Dingen den Vorrang haben." (Lies Phil.3,7-9; 1.Kor.1,3.4; 2.Kor.8,9; 9,8.) Amy Carmichael sagte einer Mitarbeiterin: "Mein Leben findet seine volle Erfüllung nicht in Gesundheit, nicht in besonderen Erlebnissen, auch nicht, indem ich Gottes Arbeit mit Erfolg gekrönt sehe, sondern in der tiefen Gemeinschaft mit Jesus... Finde deine Wonne in ihm, dann werden 'Ströme lebendigen Wassers von deinem Leibe fließen'." - "Ein Leben, gegeben für den Herrn der Welt! Ein Leben, gegeben für das, was wirklich zählt. Ein Leben für Jesus, für ihn allein, das soll mein Leben sein!" (L.Di Nunzio).
Sonntag,29.April Philipper 1,21-26; 1.Korinther 2,9.
Paulus fügt seinem Bekenntnis "Christus ist mein Leben" eine weitere Aussage hinzu, die uns aufhorchen lässt: "Und Sterben ist mein Gewinn." Er war nicht lebensmüde, ihn beherrschte auch nicht die Angst vor dem Ausgang seines Prozesses. Selbst wenn er zum Tod verurteilt werden sollte, blieb er doch in Gottes Hand. Jesus hatte ihm nicht nur die Schuld der Vergangenheit vergeben, er hatte ihm vielmehr das neue, ewige Leben geschenkt. Das konnte selbst der Tod ihm nicht entreißen. Obwohl Paulus das irdische Lebens als großartiges Geschenk annahm, wusste er, "das Schönste kommt noch". Das gab ihm tiefe Geborgenheit in allen irdischen Belangen. Er hatte eine begründete Hoffnung, von der er an die Christen in Korinth schreibt: "Das wissen wir: Wenn unser Leib einmal zerfallen wird wie eine baufällige Hütte, werden wir einen neuen Leib erhalten, ein festes Haus, das nicht von Menschen errichtet ist. Gott hält es im Himmel für uns bereit, ein Haus, das ewig bleibt." Der Gemeinde in Thessalonich gegenüber drückte er seine Freude mit folgenden Worten aus: "Wir werden bei dem Herrn sein allezeit!" (2.Kor.5,1-5; Phil.3,20.21; 1.Thess.4,17.18). Schließlisch lässt der Apostel uns einen Blick in sein Herz tun: "Es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus dieser Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen." Bei Christus zu sein, das Ziel seines irdischen Lebens erreicht zu haben, würde er allem anderen vorziehen. Aber nicht die Erfüllung seines Wunsches war ausschlaggebend. Wenn Jesus noch eine Aufgabe für ihn hatte, dann galt für ihn: "Ich bin willens, ich bin bereit!" (Vgl.Röm.1,15; Apg.20,24; 21,13.14.) Für seinen Herrn wollte er da sein, ihn liebte er, ihm sollte sein Leben unter allen Umständen verfügbar sein. (Lies 2.Kor.5,14.15; Eph.5,15.16.)
Montag,30.April Philipper 1,21-26; Epheser 5,19.20.
"Und in solcher Zuversicht weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben." Die Bedürfnisse der Gemeinde in Philippi schienen Paulus überzeugt zu haben, dass er nach Gottes Willen am Leben bleiben sollte, damit sein Dienst der Verkündigung des Evangeliums und der Vertiefung des Glaubens an Jesus weitergehen konnte. Mancher von uns wurde schon mit dem Sterben konfrontiert oder stand selber am Tor der Ewigkeit. Aus diesem Blickwinkel bekommt unser Leben ein anderes Gewicht. Vieles, was uns vorher sehr wichtig erschien, verliert an Bedeutung und wird unwesentlich. Dagegen tauchen Fragen auf, die zur Besinnung zwingen: Was habe ich aus meinem Leben gemacht? Wie will ich den Rest meines Lebens gestalten? Paulus will nur eines: die ihm von Gott geschenkte Zeit nützen, um andere zu ermutigen, dass sie im Glauben wachsen und dass sie die tiefe, bleibende Freude in der Gemeinschaft mit Jesus erleben. Ermutigen wir mit unserem Leben andere, dass ihre Freude an Jesus zunimmt, sie im Glauben erstarken? Die Gemeinde in Rom lässt Paulus wissen: "Jeder von uns soll sich so verhalten, dass sein persönliches Vorbild den Nächsten zum Guten ermutigt und ihn im Glauben stärkt" (Röm.15,1; lies 1.Kor.10,24.33; 1.Kor.9,19). Auch wenn wir vielleicht nur wenige Gaben haben, durch Krankheit und Alter weitere Begrenzungen erfahren, sollen wir dennoch festhalten: "Christus ist mein Leben." Dann werden andere trotzdem durch uns auf ihrem Weg der Nachfolge ermutigt werden. Es gibt kaum einen größeren Segen, als in der Gegenwart eines Menschen zu sein, der bewusst in der Gemeinschaft mit Jesus lebt. Solch ein Vorbild wollte Paulus für die Christen in Philippi bleiben, "damit euer Rühmen in Christus größer werde durch mich".